Wie oft sollte man essen - und wie oft Rohkost?
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- Aug 22, 2025
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Updated: Aug 26, 2025

Artikel von Martina Grünenwald, Heilpraktikerin
In einer Diskussionsrunde über die gesündeste Ernährung sagte eine Dame: Man sollte nur 100% roh essen, und das auch nur 2 mal am Tag.
Das mit der Rohkost ist vollkommen richtig, aber nur theoretisch. Ganz klar: Rohkost wäre das Ideal. Es ist die unbehandelte, naturbelassene Nahrung, die wir auch im Paradies und zu Ur-Zeiten zu uns nahmen. Doch nicht alle schaffen es sofort auf 100% zu kommen, geschweige denn überhaupt in diese hohe Meisterklasse der Ernährung aufzusteigen.
Schleim bildende Nahrungsmittel und schleimfreie Heilkost nach Prof. Dr. Arnold Ehret
Die Kochkost gilt als Schleim bildend, während die Rohkost keinen Schleim im Körper erzeugt, und damit auch keine Verschlackung entsteht. Dann bilden sich auch keine Ablagerungen im Darm, und auch nicht in den Blutgefäßen, Zellen und so weiter. Doch gibt es eine Abstufung des Grades, wie viel Schleim ein Nahrungsmittel bildet.
Prof. Dr. Arnold Ehret beschrieb in seinem Buch „die schleimfreie Heilkost“ diejenigen Nahrungsmittel, die es zu meiden gilt. Dazu gehören vor allem die tierischen Produkte, da sie stark Schleim bilden, und führen im Körper - angefangen vom Darm - zu starken Ablagerungen führen. Ebenso die Getreide, von denen die Randschichten entfernt wurden. Auch der Fabrikzucker. Alles, was Säure bildet, bildet auch Schleim, der sich überall im Körper ablagert.
Man denke an die Herzkranzgefäß-Verengungen, die viele Operationen erfordern, wo gefäßerweiternde Stents erforderlich werden, weil das Blut nicht mehr durch das Herz fließen kann. Doch dies ist vor allem bei Fleisch-Liebhabern das Problem. Auch Diabetes hängt in erster Linie mit den Ablagerungen an den Blutgefäßen zusammen – und damit mit der Schleim-Kost, weshalb es hier auch zu Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen in den Beinen, am Herzen usw. kommt.
Ehret war zwar auch für Rohkost, doch musste es nicht 100% sein, wenn die Lebensmittel zu den Schleim-Freien gehören. Ich beschreibe sie als die „vollwertigen“, also diejenigen, die der veganen Vollwertkost entsprechen, die möglichst natürlich zubereitet werden. Denn wenn man sich mit einem hohen Prozentsatz mit Rohkost ernährt, und der Rest besteht aus veganer Vollwertkost, und wir ausreichend Kräuter aufnehmen, dann haben wir nur eine geringe Schleim-Bildung.
Ernährung muss umsetzbar sein
Damit meine Patienten einen Weg haben, wie sie möglichst viel Rohkost in ihren Speiseplan einbauen, und gleichzeitig so wenig wie möglich Schleimbildung befürchten müssen, habe ich meine veganen Vollwertkost-Rezepte entwickelt. Sie sind zwar hauptsächlich roh-vegan, aber auch gekocht-vegan.
Ursprünglich komme ich nämlich aus der Vollwertkost-Szene, mit Dr. Bruker, Dr. Schnitzer, wo man auch die gesunden Vollkornbrote buk aus dem 100 prozentigen Korn. Dann bin ich ausgebildete Gruppenleiterin bei Weight-Watchers – den aus Amerika stammenden Abnehm-Gruppen. Ich habe mich also sehr intensiv mit dem Thema „Abnehmen“, „Vollwertkost“ und auch „Rohkost“ beschäftigt. Schließlich machte ich auch Ausbildungen in Rohkost-Zubereitung.
Aus meiner Erfahrung und der mit meinen Patienten habe ich jedoch gemerkt, dass es einen Weg braucht, der gangbar ist in jeder Lebenssituation – und der nicht nur für 4 Wochen durchhaltbar ist. Es geht schließlich bei der Heilung auch darum, bei bestem Wohlbefinden zu sein. Denn Essen ist ja Teil unseres Wohlbefindens. Ich hatte in meiner 100%-Rohkost-Zeit viele Patienten, die die Kur abbrachen, weil sie nicht die 100% Rohkost durchhielten. Also suchte ich einen Weg, wo man genau so gesund wird. Und Sie können es vielleicht nicht glauben: Die Patienten wurden sogar noch gesünder, als wenn sie ausschließlich Roh aßen und sonst nichts unternahmen. Denn die Ernährung ist ja nur einer von mehreren Pfeilern für die Gesundheit. Es gehören auch Darmreinigung, Blutreinigung, Kräuter, ätherische Öle, Naturheilmittel und vieles weitere mehr dazu.
Was tun, wenn die Familie Kochkost will?
Auch habe ich Rezepte für meine Familie kreiert, die nicht nur Rohkost essen wollen. Manche schaffen das zwar, dass sie für die Familie normal kochen, und für sich selbst bei einem Rohkost-Teller mit am Tisch sitzen. Aber ich gehöre zu denjenigen, die nicht Essen kochen, und mit der Familie dann am Tisch sitzen, und zuschauen, wie die Familie das leckere Essen genießt, und selbst sitzt man bloß vor seinem Salat. Nein, den Salat gibt es dann für alle dazu, und alle essen dann nur eine halbe Portion der Kochkost, weil der Salat so gut schmeckt. Dazu gibt es fast immer einen frisch gepressten Salat, entweder Melone, oder Orange, oder Karotte. Und zum Nachtisch gibt es noch Obst. So kommen wir auf 50-70 Prozent Rohkost in dieser Mahlzeit – meist ist es das Mittagessen. Das ist doch eine sehr hohe Prozentzahl!
Und wenn man dann die anderen Mahlzeiten roh isst - wir essen ca. 4-5 mal täglich - dann kommt man auf fast 90% Rohkost, oder gar mehr. Ist das nicht eine hohe Zahl? Also meine Patienten sind glücklich, wenn sie diesen Durchschnitt erreichen, den sie sonst nie erreichen würden.
Wenn der Alltag keine Rohkost zulässt
Denn der Alltag der meisten lässt keine 100% Rohkost zu. Die meisten meiner Patienten sind selbständig, oder haben ein ausgefülltes, verantwortungsreiches Leben, und haben gar keine Zeit, weder intensiv einkaufen zu gehen in den verschiedensten Läden, noch lange im Internet zu hängen um durch die besten Superfoods zu scrollen. Viele haben auch gar nicht das Geld dazu, um bei Orkos und Co, die teuren Tropenfrüchte zu kaufen. Also sind sie auf die Versorgung aus dem Supermarkt angewiesen. Und da muss man nehmen, was man bekommt, und das ist oftmals ernüchternd.
Meine Rezepte, die ich auf meinem Youtube-Kanal veröffentlicht habe, stammen aus meinen Gesundheits-Kuren für meine Patienten, und wie ich es selbst mit meiner Familie praktiziere. Und da ich gerne auch mal nasche, gibt es auch roh-vegane „Gourmet-Rohkost“, also auch Pizza, Schokolade, Riegel, Puddings, Cremespeisen, aber auch Herzhaftes wie Brotaufstriche, Rohkost-Brote, usw.
All diese „Zusammenstellungen von rohen Lebensmitteln“ sind ja in Hardcore-Rohkost-Kreisen auch umstritten, da sie die Verdauung stark fordern. Dies stimmt auch vollkommen, „mono“ wäre am besten. Denn die meisten haben schwache Därme, und die Verdauungsdrüsen sind nicht mehr ausreichende aktiv. Deshalb vertragen viele, die die Rohkost nicht vertragen, höchstens Mono-Rohkost, also wo keine verschiedenen Lebensmittel miteinander kombiniert werden.
Doch geht es um einen gangbaren Weg, um die zubereiteten Speisen aus mehreren Zutaten wieder zu vertragen. Dazu muss der Darm samt der mit ihm zusammen hängenden Organen nebst deren Drüsen – von der Bauchspeicheldrüse bis zu den Verdauungssäften von Dünndarm und Magen, wieder in Harmonie gebracht werden. Dazu ist die Naturheilkunde ja eine Domäne mit den meisten Möglichkeiten.
Die Lösung: Ein gangbarer Weg aus hohem Rohkost-Anteil und einem Teil Kochkost
Auch gibt es in meinen Kuren einen Anteil an Kochkost, der veganen und vollwertigen Kriterien entspricht. Denn das Ziel ist ja nicht, nur für eine kurze Zeit gesund zu essen, sondern eine für die Dauer passende Ernährungsweise zu finden, die die Gesundheit schrittweise nach oben bringen kann. Dazu braucht es entsprechende Rezepte.
Denn wir machen ja nicht nur eine „Fasten-Woche“ mit Rohkost, in behüteter Umgebung, vollkommen abgeschottet vom Alltag. Sondern wollen auf eine dauerhafte Ernährung umstellen, die einerseits lecker schmeckt, wirklich satt macht, und uns gleichzeitig durch alle Hochs und Tiefs des Lebens trägt, wenn die Wellen im Leben hoch sind und der Sturm tobt. Denn gerade dann ist die richtige vollwertige Ernährung der sichere Anker, der uns diese Situationen leichter überstehen lässt.
Meine Teilnehmer der Gesundheits-Transformations-Kuren sind froh, dass sie so nicht auf „alles“ verzichten müssen, und ihre bisherige Ernährung somit auf einen hohen Prozentsatz an Vitalkost aufstocken können.
Ich habe Pläne entwickelt, wie man gute und schlechte Zeiten meistern kann, indem man seinen Rohkost-Anteil flexibel daran anpasst. So bleibt man immer „auf Spur“, also auf dem Weg nach oben, in Richtung des Optimums. Aber ohne Dogma, ohne sich zu kasteien, wenn es mal nicht möglich ist, und somit ohne dass man vollkommen abfällt. Man hat damit ein „Rettungsnetz“, das einen auffängt, bis es wieder besser läuft im Leben, und kann dann von diesem hohen Level aus wieder weiter nach oben aufsteigen.
Denn seinen wir doch mal ehrlich. Bei den meisten ist es doch so: Sie ziehen eine gesunde Ernährungsform für eine Zeitlang durch, bis eine Situation kommt, wo es sie runter haut. Dann stürzen sie vollkommen ab, und müssen eines Tages wieder ganz von unten anfangen. Ich habe Fälle gesehen in der Rohkost-Szene, die kein solches „Rettungsnetz“ aus veganen vollwertigen Speisen hatten: Sie zogen die Rohkost wie ein Guru durch, extrem vorbildlich. Und eines Tages fielen sie komplett zurück in ihre alte Ernährungsweise.
Ich sah solche Fälle, die sogar Krebs bekamen, und dann nicht mehr hoch kamen. Denn es ist extrem schwer, in so einem Fall nochmals die Kurve zu kriegen, denn man ist da so geschwächt, dass man die Rohkost oftmals gar nicht mehr verträgt. Da wäre es besser gewesen, auf voll-vegan umzustellen, und dann Schritt für Schritt auf der Vollwertkost aufzusteigen, um dann immer mehr Rohkost in seinen Speiseplan einzubauen. Und wenn es dann Situationen oder Phasen gibt, dann ist es eben mal mehr gekochte Vollwertkost, und wenn der Himmel wieder heller ist, dann kann man auch wieder mehr Rohkost einbauen. Und die vollwertige Kochkost kann man mit Kräutern und einem guten Darmreinigungs-Konzept gut kompensieren.
Ich bewundere diejenigen, die es ein Leben lang schaffen, 100% Roh zu essen. Ich gehörte auch einst dazu. Für eine Zeitlang, mehrere Jahre, mit unterschiedlichen, hohen Rohkost-Anteilen. Doch hat mir das Leben gezeigt, dass es auch Phasen gibt, wo man das nicht bewältigen kann. So kann ich nun meine Patienten verstehen, die Situationen haben, wo es nicht geht. Zum Beispiel wenn man in einer Gegend wohnt, wo es weder Naturkostläden, noch Supermärkte gibt, wo man auf Aldi und Co. angewiesen ist. Wo man nicht die Infrastruktur hat, um innerhalb eines Vormittags alle relevanten Läden abzuklappern, jede Woche. Sondern für seinen Einkauf eine halbe Weltreise unternehmen muss, um alles zusammen zu haben, was man für seinen wöchentlichen Speiseplan benötigt. So viele Tage habe ich gar nicht zur Verfügung, weil ich ja auch arbeiten darf. Und den meisten meiner Patienten geht es ebenso.
Wie oft sollte man essen?
Aber nun zum Thema "2 mal Essen“. Da habe ich eine andere Sichtweise bekommen. Bei Rohkost vermindert sich auch der Hunger, und man bleibt länger satt von den Mahlzeiten. Doch das geht nur bei 100% Rohkost, dass man nicht ständig nach Essbarem sucht, sondern wirklich satt ist. Aber so lange man noch Kochkost isst, ist es mit dem Sättigungsgefühl anders. Die meisten haben ständig Hunger, je nach Figurtyp, Konstitutionstyp. Sicher gibt es auch Typen, die selbst bei Kochkost das Essen verschmähen. Aber das hat noch andere, nicht so gesunde Gründe.
Unser Gehirn und unsere Zellen benötigen zur Energie-Gewinnung ihre Menge an Vitalstoffen und Natur-Zucker aus Früchten. Davon nehmen die meisten zu wenig zu sich – selbst Rohköstler nicht. Deshalb gibt es unter ihnen auch viele Kranke, die nicht wirklich zu ihrer vollen Gesundheit hoch kommen. Auch ist das Thema Darmreinigung wichtig, und zwar nicht nur als Kur, sondern als Dauer-Einrichtung. So wie man sein Klo nur einmal im Jahr putzen kann, aber man kann es auch erst gar nicht so dreckig entstehen lassen, indem man es täglich sofort putzt.
Zu wenig essen macht krank – auch wenn es Rohkost ist
Ich hatte in bald 30 Jahren Naturheilpraxis viele Rohköstler in Behandlung. Sie kamen sehr krank daher, trotz der besten und teuersten Rohkost. Das einzige, an was man sie als Rohköstler erkannte, war ihr hageres Aussehen. Doch ansonsten sahen sie nicht gerade wie ein Gesundheits-Vorbild aus. Es stellte sich heraus: Sie aßen zu wenig. Und sie hatten noch nie einen intensive, echte Darmreinigung durchgeführt, wo auch die Parasiten mit erfasst werden – sie machten zwar manche oberflächlichen dieser Kuren, die überall angeboten werden, doch diese gehen meist nicht so tief, dass auch wirklich die Ablagerungen erfasst würden.
Beide Umstände – zu wenig Vitalstoffe, bei gleichzeitig gestörter Aufnahme derselben durch die Barriere im Darm, die aus harten Krusten alten, nicht vollständig ausgeschiedenen Kots aus alten Zeiten besteht, die schon den Darm ziemlich ruiniert hatten, hatten ihren Körper sehr ausgezehrt. Natürlich sieht es bei Koch-Köstlern auch nicht besser aus, bei denen ist es noch schlimmer.
Aber wie es schon in der Bibel steht: „Man soll keinen neuen Wein in alte Schläuche füllen“, so gilt es auch für den Darm. Damit die Rohkost einen heilen kann, muss der Darm innerlich sauber sein, und die Parasiten müssen ausgeleitet sein. Und es muss die Menge an Vitalstoffen stimmen, denn die meisten haben ein Mehr an Bedarf, den sie mit 100% Rohkost gar nicht decken können. Dazu braucht es noch weitere Überlegungen. Doch dazu mehr in meinen anderen Artikeln.
Hungern sollte kein Ziel sein
Man sollte aus dem "Wenig-Essen" keinen Marathon machen. Doch die meisten – nicht nur in der Normalkost-Bewegung, wo man stolz darauf ist, dass man wenig isst. Auch in der Rokost-Szene ist dies Gang und Gäbe, und man gilt als Vielfraß, wenn man öfters isst. Ich habe es selbst erlebt, dass auf mich mit den Fingern gezeigt wurde, und man mich als "zu schwach" bezeichnete, weil ich ein guter Esser war. Doch heute zeigt sich, wer der gesündere ist. Derjenige, der seinen Körper verhungern hat lassen, oder der, der in der Vitalstoff-Fülle schwelgte.
Dünn = gesund oder krank?
In unserer Welt, wo dünn als schön und gesund gilt, hat diese Denkweise auch die Rohkost-Szene befallen. Man gilt nur dann als „guter“ Rohköstler, wenn man abgemagert war und deutliche Zeichen von Unterernährung zeigte. Und dies konnte man – wenn man nicht dem Figurtyp „Leptosom“ angehörte, nicht erfüllen, wenn man einen athletischen oder pyknischen Körperbau besitzt. Es gibt ja noch den vierten Figurtyp: Den Afro-Typ. Die Frauen sind von der Taille ab sehr stämmig. Doch in unserer Gesellschaft dürfen das nur die Männer sein. Hier gilt: Je mehr Körper, desto männlicher. Aber das ist doch pervers: So wie es schlankwüchsige Männer und Frauen gibt, gibt es auch die Stämmigen beider Geschlechter. Um dem schlacksigen Typus zu entsprechen, müssen alle anderen Figurtypen ihr Leben lang hungern. Mit verheerenden Folgen, die sich meist in der zweiten Lebenshälfte zeigen. Falten und vorzeitige Alterung. Ja sogar Diabetes tritt auf. Viele Krankheiten können gar nicht heilen, wenn nicht die erforderliche Menge an Vitalstoffen in den Körper kommt.
Die Denkweise in der Rohkost-Szene ist: Proppere Fülle sei ungesund. Dabei ist es gerade anders herum. Wie ich auch bei Patienten – ob roh oder normal essend – beobachten konnte. Diejenigen mit mehr Fleisch auf den Rippen – wohlgemerkt meine ich nicht Schlacken-Fett und Bauch-Fett, sondern Substanz – waren die gesünderen. Diejenigen konnte so schnell nichts umhauen.
Ausreichend Früchte für den Flüssigkeits-Bedarf
Die meisten meiner Patienten essen zu wenig - dazu noch das Falsche, und vor allem: Zu wenig Früchte. Siehe dazu meine Berichte auf meiner Website. Wenn das Blut nicht ausreichend gespeist wird mit Enzymen und dem wichtigen Fruchtzucker aus vollreifen Früchten, können die Nieren nicht ausreichend Gifte ausschwemmen. Und das Lymphsystem kann nicht die Gifte aus den Zellen abführen. Auch der Darm benötigt die Enzyme für die ordentliche Funktion.
Viele trinken dann, statt Früchte zu essen. Sonst kommen sie nicht auf die benötigte Flüssigkeitsmenge. Sie können selbst überlegen, wie viele Früchte und Rohkost Sie essen müssten, um auf die benötigte Wassermenge zu kommen. Dazu reichen zweimal am Tag ein kleines Tellerchen nicht aus.
Früchte und Rohkost sind von der Natur aus unsere Haupt-Flüssigkeits-Spender. Damit bekommen wir nicht nur das benötigte Wasser, sondern obendrein auch noch die benötigten Vitamine und Mineralien, nebst den sekundären Pflanzenstoffen - die ständig den Körper reparieren wollen.
Schauen wir uns bestimmte pflanzenfressende Tiere an, die man sich so im Paradies vorstellt: Affen, Papageien. Sie essen den ganzen Tag. Meine Papageien essen vielmals am Tag. Sie werden davon nicht fett, sondern gesund, wenn es das Richtige ist. Wie so oft, sollten wir von den Tieren lernen.
Wieviel Rohkost für eine Dauer-Ernährung?
Ich habe im Laufe von bald 30 Jahren Naturheilpraxis festgestellt, dass diejenigen, die sich mit 80-90% Rohkost ernährten, wobei die anderen Prozent natürlilch aus Vollwertkost bestehen, gesünder daher kamen, als die meisten Voll-Rohköstler, die nur 1-2 mal am Tag aßen. Letztere waren meist so ausgemergelt, dass ihre Haut schlaff an ihnen herunter hing, sie rochen stark übersäuert, ihr Stuhlgang war alles andere als gesund, ihre Därme funktionierten nicht richtig, sie litten an Hautkrankheiten, Parasiten und vielen weiteren Beschwerden - weil sie einfach nicht genügend Vitalstoffe bekamen, und weil ihre Därme nicht genügend "Material" bekamen, um zu funktionieren.
Und weil Essen an sich etwas Lebenswichtiges ist, und die meisten zum Essen ein ambivalentes Verhältnis haben - was zusätzlich die Psyche belastet. Die Natur-Ärzte und -Heiler haben zwar Recht, wenn sie sagen, dass Rohkost die alleinige Heikost sei. Dies wusste sogar der berühmte Vollkorn-Papst Dr. Schnitzer, der Erfinder der Schnitzer-Getreidemühlen. Er hat tausende Berichte veröffentlicht mit Heilungen von Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, usw. Doch hat er einen Teil der Rohkost auch noch mit Kochkost erlaubt.
Denn für eine Dauer-Ernährung – und Heilung ist ein dauerhafter und kein kurzfristiger Prozess, braucht es einen Weg, den diejenigen, die willig dazu sind, auch schaffen können. Doch jeder soll dazu seiner Meinung gewiss sein. Doch spreche ich aus meiner eigenen Erfahrung: Dieser Weg hat sich bei meinen Patienten am besten bewährt auf Dauer.
Ein gangbarer Weg für alle Lebenssituationen
Als ich noch auf 100% Roh war, wollte ich dies meinen Patienten ebenso näher bringen. Doch die meisten, die es mit meiner Hilfe auch super und einfach schafften - fielen wieder in ihre alten Gewohnheiten zurück, sobald sie keinen Kontakt mehr zu mir hatten. Mein Ziel ist es jedoch, den Menschen einen Weg zu zeigen, den sie auch dauerhaft gehen können. Dieser Weg ist Stückwerk, das heißt, dass alles zu seiner Zeit passiert, und jeder Wegabschnitt auch zur Bewusstseinsstufe passen muss. Und noch wichtiger: Zur Lebenssituation.
Ich habe Patienten, die ihre dementen, schwer kranken Eltern pflegen, und zusätzlich ein schweres Leben haben. Für diese Menschen ist es extrem schwer, für sich selbst 100% sorgen zu können, so wie es immer betont wird in der Rohkost-Szene, wo man sich selbst als den Mittelpunkt seines Lebens sieht.
Wenn solche Menschen ihren Rohkost-Anteil wenigstens stark erhöhen, und der Rest dann auf vollwertig und vegan umgestellt wird, ist ihnen sehr geholfen. Dies können sie durchhalten, und es geht im Dauerlauf auch bergauf mit der Gesundheit – in Begleitung mit den entsprechenden Kräutern, die vieles auffangen können, von der Verschleimung bis zu den fehlenden Ballaststoffen.
Darmreinigung ist effektiver als 100% Rohkost
Als noch wichtiger hat sich nach meiner Beobachtung herausgestellt, dass man sich 100%ig um seinen Darm kümmert. Dieses Organ ist der Dreh- und Angelpunkt der Gesundheit. Intensive Darmreinigungs-Methoden können mehr bewirken – z.B. die Colon-Hydro-Therapie, mit der sich jeder beschäftigen sollte, der mehr Gesundheit erwartet als gewöhnlich – als 100 % Rohkost.
Aber mir hat ein Spruch einer Bekannten die Augen geöffnet, die sagte: "Vegan ist ethisch höher als Rohkost". Seitdem bin ich da gnädiger. Auch mir selbst gegenüber. Denn viele 100%-Rohköstler machen dies wegen sich selbst, und essen durchaus mit gutem Gewissen auch Ameisen (siehe Franz Konz), oder trinken Rohmilch, usw. Aber der Veganer macht es aus Mitgefühl gegenüber den Tieren.
Was ist wahre Heilung, und was braucht es dazu?
Am Ende stehen wir vor Gottes Gericht, und da zählt nicht, wie viel Rohkost wir gegessen haben, sondern wie wir mit den Tieren umgegangen sind, um nur ein Thema herauszugreifen. Und bei der Heilung geht es nicht nur um unseren Körper, sondern auch um unseren Geist. Oder sogar viel mehr um unser Verhältnis zu Gott, seinen Geboten und Ordnungen. Denn letztendlich entsteht Krankheit ja gerade deswegen, weil man diesen Weg verlassen hat. Heilung braucht die Wieder-Vereinigung mit dem göttlichen Weg. Und auf diesem sollte man 100% anstreben. Statt 100% Körper, dann 100% Geist.
Viele Voll-Rohköstler und sonst gesund Lebende haben die tollsten Heilmittel angewandt, und nichts half ihnen, vollständig gesund zu werden. Es ging immer nur bis zu einem bestimmten Grad, und dann stoppte es. Zurück blieben z.B. Hautkrankheiten, Alterserscheinungen, Gelenkerkrankungen und vieles weitere mehr. Sie rätseln und rätseln, wieso sie mit ihrer Rohkost einfach nicht gesund werden. Erst als sie die Gesamt-Zusammenhänge begriffen haben, und das Notwendige getan haben, was Heilung wirklich ist, ging es endlich bergauf mit ihnen, und sie konnten ihrem Leben endlich den Sinn geben, den sie sich so sehr ersehnt hatten.
Wenn wir von Parasiten, Schlacken, Entzündungen sprechen, sprechen wir in Wirklichkeit auch von den dahinter stehenden geistigen Wesenheiten. Es muss das Gesamte angeschaut werden, wenn man die Vollkommenheit anstrebt. Und dies geht über den Körper weit hinaus.
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„Wahre Heilung ist mehr als Therapie – sie ist die Einweihung in das Geheimnis des Lebens“. Martina Grünenwald, Heilpraktikerin

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