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Protein-Mythos: Ist Fleisch gutes Eiweiß?


Artikel von Martina Grünenwald, Heilpraktikerin


Ein ehemaliger Roh-Veganer meinte, dass er die roh-vegane Ernährung wieder verlassen habe, weil es ihm damit so schlecht ging, und er wieder Fleisch und Kochkost in seine Ernährung integrieren musste, um sich vitaler zu fühlen. Es fühlte sich bei der Rohkost so schlecht und nun fühle er sich freier, weil er sich nicht mehr einschränken müsse. Solche Aussagen hört man öfter.


Nun, ich bin 63 Jahre alt und Heilpraktikerin UND Ernährungsberaterin. Ich kann auf viele Jahrzehnte Erfahrung mit verschiedenen Ernährungsformen zurückblicken. Ich habe viele Seminare besucht, habe eine Gruppenleiter-Ausbildung bei den Weight-Watchers absolviert, habe viele Ausbildungen zur Gewichtsreduktion absolviert, habe alle Ernährungslehren studiert, und viele davon selbst ausprobiert. Und kenne mich wirklich aus.


Ich habe in meinen Vierzigern die rohvegane Ernährung zu 100% praktiziert, und das war die beste Zeit meines Lebens. Nachdem ich früher unter allerlei Krankheiten litt, habe ich mich von all diesen Geißeln befreit, und war auf dem höchsten Energielevel angekommen, das mir möglich war.


Doch ich kenne es, wie man sich fühlt, wenn man diese hohe Ernährungsform wieder verlässt, und sich wieder Kochkost zuwendet. Durch meinen Umzug in eine abgelegene Gegend, wo die Infrastruktur sehr schlecht war, und ich umringt war von Bauernhöfen (Tierproduktion), und ich keinen Zugang mehr hatte zu den vorigen Bioläden, Naturgärtnereien, türkischen Obsthändlern usw., war meine Lebensmittelauswahl sehr eingeschränkt. Und ich konnte nicht mehr in dieser Rohkost- und Früchte-Auswahl schwelgen, wodurch ich nicht mehr das hohe Rohkost-Level halten konnte. So sank mein Energielevel wieder merkbar ab. Ich spreche also aus eigener Erfahrung, und kenne das Befinden bei Rohkost als auch bei einer Kost mit Gekochtem.


Als ich damals meine Ernährung umstellte, habe ich eine intensive Darmreinigung mit Colon-Hydro-Therapie durchgeführt. Dies ermöglichte es mir, ohne negative Begleitwirkungen die Rohkost sehr gut zu vertragen und mein Energielevel extrem schnell anzuheben. Ich musste nicht durchmachen, was man von anderen hört und liest, dass sie sich mit Rohkost erst mal lange Zeit quälen mussten und sich so schlecht fühlten, weil der Körper sich mit seiner Entgiftung beschäftigen musste, und dies so viel Energie abzog.

Auch bei meinen Patienten beobachtete ich dies, dass sie – im Gegensatz zu meinen damaligen Bekannten aus der Rohkost-Szene – sich sehr leicht damit taten, schnell auf eine hohe Rohkost-Stufe aufzusteigen, ohne sich müde, schläfrig, energielos zu fühlen, und ohne die üblichen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, nicht satt werden, und so weiter. Denn sie bekamen intensive Serien an Darmspülungen, die ihnen all diese Mühseligkeiten ersparten.

Deshalb kann ich sagen, dass wenn man nicht gleichzeitig intensiv seinen Darm reinigt, wird man immer Schwierigkeiten haben mit dieser hohen Ernährungsstufe. Und man fühlt sich deshalb nicht energievoll, weil der Körper ständig entgiften muss. Denn wenn noch alte Ablagerungen innen an den Darmwänden haften, ist der Körper damit vollauf beschäftigt, seine Energie dafür aufzuwenden, um mit all den damit verbundenen Erscheinungen des Körpers zu kämpfen. Kampf gegen unliebsame Mitbewohner im Darm, Kampf gegen frei werdende Giftstoffe (Toxine) im Blut, Kampf gegen die Säuberung des Lymphsystems, das nicht in den Darm abfließen kann wegen den zugekleisterten Öffnungen an der Darmwand, und so weiter.

Auch kann die Rohkost gar nicht vollständig ausgewertet werden, wenn sie nicht durch die harte Schicht im Inneren der Wand des Dickdarms hindurch ins Blut aufgenommen werden kann. Bis hin zu den Gärungen, die auftreten, wenn alte Massen aus nicht ausgeschiedenem Kot mit neuer Frischkost aufeinander treffen.

Dies alles kann zu einem Hungergefühl und stark belastenden Entgiftungsgefühlen führen. Was viele fälschlicherweise glauben lässt, mit der Rohkost stimme etwas nicht. Dabei ist es die ungesunde Kost, die das ganze Dilemma verursacht hat, und nicht kompatibel ist mit der lebendigen, frischen Kost. Beides zusammen im Darm, gärt, fault, und führt zu Blähungen, Aufgetriebensein, und man fühlt sich nie wirklich satt und genährt.

Bei einigen kommt noch hinzu, dass sie nicht mit den Einschränkungen klar kommen und sich sozial nicht integriert fühlen. Denn sie haben zu schnell umgestellt, ohne ein neues Verhalten einzuüben, und ohne gute Kontakte aus der Rohkost-Szene, wo sie sich als einer unter Vielen fühlen. Wenn sie noch in ihrem früheren sozialen Umfeld aktiv sind, kann dies zu einer großen Diskrepanz führen. Auch fehlen Vorbilder und Mitstreiter, was häufig zu einem Misserfolg mit diesem Unterfangen führt.

Ich hatte auch meine Mentoren und Vorbilder, ohne die ich es nicht geschafft hätte, in immer gesündere Gefilde aufsteigen zu können. Ich war in Rohkost-Gruppen und Retreats, was mir viel Kraft und Mut gab, diesen Weg zu gehen.

Was ich als einen großen Vorteil sehe, ist die Darmreinigung. Schon die alten Heiler wussten, dass die Gesundheit mit dem Darm zusammenhängt, und dass ohne dessen Reinigung kein Wohlbefinden möglich ist. Es wird zwar oft propagiert, dass man bloß seine Ernährung umstellen müsse, dann würde sich auch der Darm reinigen. Doch dies ist ein Trugschluss. Ich habe viele Fälle beobachten können, die allerlei Probleme bekamen beim Versuch, ihre Ernährung umzustellen, und als sie intensive Reinigungen ihres Dickdarms durchführten, wurde es ihnen immer leichter, und sie schafften es plötzlich auf eine viel leichtere Art.

Am besten reinigt man gleich von Anfang an seinen Dickdarm komplett – und ich spreche nicht von diesen zweiwöchigen Pulverkuren, die versprechen, dass danach der Darm sauber sei, sondern von intensiven Maßnahmen, wie zum Beispiel der Colon-Hydro-Therapie, mit begleitenden Kräutern und eine Regeneration des Darm-Mikrobioms (Darmflora), sowie einer Anregung der gesamtenb Verdauung auf naturheilkundliche Weise.

Auch spielt es eine große Rolle, wie die Colon-Hydro-Therapie durchgeführt wird. Hier gibt es große Unterschiede. Einige Therapeuten spülen nur den unteren Darmabschnitt, und nur wenige leiten das Wasser dabei bis in die höheren Darmregionen. Hier braucht es viel Erfahrung und der Behandler sollte idealerweise selbst die intensive Prozedur durchgeführt haben, um zu wissen wie man dabei richtig vorgeht.

Warum ich das dazu sage: Nicht immer verstehen es Behandler, wie man auch die entlegeneren Regionen des ca. 2 Meter langen Dickdarms erfasst, also das Wasser auch bis ganz hoch bringt. Denn oftmals wird nur der Enddarm etwas ausgespült, aber nicht der komplette Darm. Dies sind dann die Fälle, wo es heißt, nach 5 Spülungen sei der Darm sauber. Das ist nach meiner Beobachtung in über 20 Jahren mit dieser Therapie in den allermeisten Fälle nicht der Fall. Erst wenn sich das gesamte Befinden geändert hat und man sich wirklich gesund fühlt, ist diese Prozedur wirklich erfolgreich gewesen.

Wenn der Darm innerlich nicht frei ist, weil er innen ausgekleidet ist mit Ablagerungen, kann es bei der Frischkost zu solchen Entgiftungssymptomen wie Leistungsminderung, Schwächegefühle, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl, Magenschmerzen, sich nicht satt fühlen, und einige weitere, kommen. Beseitigt man die Ursachen, die meist im Dickdarm, aber auch im gesamten Leistungsspektrum des gesamten Verdauungssystems liegen, können iese Begleiterscheinungen bei einer Ernährungsumstellung vermindern bis komplett reduzieret werden.

Ich selbst spreche da aus eigener Erfahrung: Ich hatte diese Müdigkeit nicht, weil ich eine intensive Darmreinigung gemacht habe. Und ich habe viele Vergleichsmöglichkeiten, da ich tausende von Fällen beobachtet habe. Und sah, wenn sie keine intensive Colon-Hydro durchgeführt haben, wie sie da immer gekämpft haben. Gegenüber denen, die das gemacht haben. Die waren innerhalb von kürzester Zeit auf einem so hohen Energielevel, wie sie es sich nie hätten erträumen können.

Und es ist ein Trugschluss zu glauben, dass man durch Fleisch mehr Energie bekäme. Diese toten, verwesenden Leichenteile sind lediglich eine Droge, die den Körper extrem vergiftet mit Leichengift und Adrenalin, das bei den grauenvollen Tötungsmethoden entsteht, sowie chemischen Reaktionen im Körper, die ihn in einen Überlebensmodus zwingen, um nicht in Gefahr zu geraten durch die folgende Übersäuerung.

Hier lohnt sich ein genauer Blick auf das, was tatsächlich mit einer fleischreichen Ernährung im Körper geschieht. Fleisch ist kein Energielieferant im Sinne von Lebensenergie. Natürlich liefert es chemisch verwertbare Energie und Kalorien. Aber genau hier liegt der Denkfehler: Kalorienzufuhr ist nicht dasselbe wie Lebenskraft. Ein Nahrungsmittel kann den Körper mit Energie versorgen und ihn gleichzeitig mit Stoffwechselprodukten belasten, deren Verarbeitung und Ausscheidung Ressourcen benötigt.

Vor allem eine tierisch proteinreiche Ernährung verändert die Säurelast, die über die Nahrung in den Stoffwechsel gelangt. Eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Käse und Eier liefern schwefelhaltige Proteine, die bei der Verstoffwechselung Säureäquivalente erzeugt. Obst und Gemüse wirken dem durch ihre basenbildenden Mineralstoff- und organischen Anteile entgegen. Genau dieses Verhältnis wird unter anderem mit dem Begriff „Potential Renal Acid Load“, also der potenziellen renalen Säurelast, beschrieben.

Das bedeutet nicht, dass nach einem Stück Fleisch der Blut-pH komplett abstürzt. Der Körper verfügt über hochwirksame Puffersysteme. Aber genau diese Regulation hat ihren Preis: Die Säurelast muss verarbeitet und ausgeschieden werden. Die Nieren müssen Säure ausscheiden und Ammonium bilden, und je nach Gesamternährung müssen weitere Puffermechanismen eingesetzt werden. Zur Säure-Regulation werden dem Körper Mineralien entzogen, um den Blut-PH-Wert konstant zu halten. Bei einer dauerhaft hohen Säurelast und gleichzeitig geringer Zufuhr basenbildender pflanzlicher Lebensmittel entsteht deshalb eine Stoffwechselsituation, die man nicht einfach ignorieren sollte.

Und genau hier wird die moderne Eiweißpropaganda interessant.

Uns wird ständig erzählt: „Du bist älter? Dann brauchst du mehr Eiweiß!“ „Du willst Muskeln? Iss mehr Fleisch!“ „Du willst schlank werden? Mehr Protein!“ „Du willst dich verjüngen? Ketogene Ernährung, viel Fleisch, viel Eiweiß!“

Aber die entscheidende Frage lautet doch: Welches Eiweiß? In welcher Menge? In welchem Lebensmittel? Und vor allem: Was kommt zusammen mit diesem Eiweiß in den Körper?

Denn Eiweiß kommt niemals allein.

Wenn ich Fleisch esse, esse ich nicht einfach „Protein“. Ich esse eine komplexe Mischung mit tierischen Fetten, Cholesterin, Purinen, schwefelhaltigen Säuren und – je nach Verarbeitung – weiteren Stoffen, die oft toxisch wirken, die bei Lagerung, Erhitzung und Verarbeitung entstehen können. Zum Beispiel beim Erhitzen von Fett entstehende Acrylamide. Gleichzeitig fehlen dem Fleisch Ballaststoffe vollständig.

Und genau diese Ballaststoffe sind für den Darm von enormer Bedeutung. Unser Darm kann nur funktionieren, wenn er Ballaststoffe erhält. Würde man länger Zeit ausschließlich Fleisch essen, würde der Darm zum Stillstand kommen. Wenn man dagegen nausschließlich pflanzliche Rohkost essen würde, würde das den Darm aktivieren. Nun kann sich jeder selbst die Antwort geben, was gesünder ist.

Das Problem ist deshalb nicht einfach „Eiweiß“. Das Problem ist der Mythos, dass möglichst viel konzentriertes tierisches Eiweiß automatisch Gesundheit, Kraft, Jugend und Vitalität bedeutet.

Das ist wissenschaftlich keineswegs so eindeutig, wie es die Eiweißindustrie und die Fitnesswelt gerne darstellen.

Ein besonders interessantes Gegenbeispiel kommt ausgerechnet aus der Adventistenforschung in Loma Linda. In der Adventist Health Study-2 wurden 81.337 Männer und Frauen untersucht. Die Forscher betrachteten nicht einfach nur die Eiweißmenge, sondern unterschiedliche Proteinmuster. Das ist entscheidend, denn ein Protein aus Fleisch ist eben nicht dasselbe wie Protein aus Nüssen und Samen. Während Proteine aus Pflanzen aus fertigen Aminosäuren bestehen, die sofort verwertet werden können (Bioverfügbarkeit), müssen Proteine aus Tieren erst umgebaut werden zu Aminiosäuren, was den Körper extrem viel Kraft (Energie) kostet. Nicht nur das, tierische Proteine wirken im Körper schleimbildend (ein Begriff von Prof. Dr. Anrnold Ehret), was zu Ablagerungen an Organen führen kann.

Das Ergebnis ist bemerkenswert: Das fleischbetonte Proteinmuster war mit einer deutlich höheren kardiovaskulären Sterblichkeit verbunden. Für das „Meat“-Proteinmuster lag die Hazard Ratio beim Vergleich der höchsten mit der niedrigsten Ausprägung bei 1,61. Beim Proteinmuster „Nuts & Seeds“ lag sie dagegen bei 0,60. Es ging also nicht einfach darum, ob Menschen Protein essen, sondern aus welchen Lebensmitteln dieses Protein stammt.

Das ist für mich eine der entscheidenden Botschaften: Wir müssen endlich aufhören, Protein wie einen isolierten Zauberstoff zu betrachten.

„Protein“ ist kein Lebensmittel. Protein ist ein Bestandteil von Lebensmitteln. Und die Frage muss lauten: Was ist der Träger dieses Proteins?

Kommt es zusammen mit Ballaststoffen, Kalium, Magnesium, Enzymen, sekundären Pflanzenstoffen und einer Vielzahl weiterer natürlicher Begleitstoffe?

Oder kommt es zusammen mit tierischem Fett, Cholesterin, Purinen, hoher Säurelast und ohne einen einzigen Gramm Ballaststoff?

Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Auch weitere Untersuchungen weisen in diese Richtung. Eine Metaanalyse prospektiver Studien fand insbesondere für verarbeitetes Fleisch ungünstige Zusammenhänge mit der Gesamtsterblichkeit; auch für rotes Fleisch wurden Zusammenhänge mit höherer Sterblichkeit beschrieben, wobei die Stärke der Ergebnisse je nach Fleischart und Studie unterschiedlich ausfiel.

Das ist natürlich kein Beweis dafür, dass jeder Mensch, der Fleisch isst, krank wird. Aber es zerstört den Mythos, Fleisch sei eine notwendige Voraussetzung für Gesundheit, Kraft und ein langsames Altern.

Und genau darum geht es.

Man muss nicht behaupten, dass ein einziges Lebensmittel jeden Menschen sofort krank macht. Man muss sich vielmehr ansehen, welche Ernährungsweise über Jahrzehnte den Körper unterstützt – und welche ihn immer wieder mit Stoffwechselbelastungen konfrontiert.

Und man muss sich fragen, warum gerade im Alter plötzlich so viel Wert auf tierisches Eiweiß gelegt wird.

Denn was passiert beim Älterwerden?

Der Körper verliert zunehmend die Fähigkeit, Belastungen ebenso leicht auszugleichen wie in jungen Jahren. Die Regenerationsfähigkeit verändert sich. Die Nierenleistung kann nachlassen. Der Stoffwechsel wird träger. Die Muskulatur nimmt leichter ab. Die Ausscheidungssysteme arbeiten möglicherweise nicht mehr so leistungsfähig.

Und ausgerechnet dann soll man den Körper mit riesigen Mengen konzentrierten Eiweißes überschütten?

Ich halte diese Empfehlung für viel zu undifferenziert.

Es gibt selbstverständlich eine wichtige Gegenposition: Eine ausreichende Proteinzufuhr ist gerade im Alter wichtig, um Muskelmasse und körperliche Funktion zu erhalten. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Protein auch positive Wirkungen auf Muskel- und Knochengewebe haben kann. Doch geht es darum, welches Protein verwenden wir, woher kommt es.

Aber auch das widerlegt meine Position nicht.

Denn daraus folgt nicht: „Je mehr Fleisch, desto gesünder.“ Es folgt lediglich: Der Mensch braucht Aminosäuren, und eine ausreichende Eiweißversorgung ist wichtig.

Das ist etwas völlig anderes als die Behauptung, wir müssten unseren Körper mit großen Mengen Fleisch und tierischem Eiweiß versorgen, wie es aus modernen Gesundheitsratgebern tönt.

Proteinmangel und Fleischmangel sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Und genau diese beiden Dinge werden in der heutigen Ernährungswerbung ständig miteinander verwechselt.

Man kann ausreichend Protein aufnehmen, ohne Fleisch zu essen. Und man kann gleichzeitig eine proteinreiche Ernährung so gestalten, dass sie sehr reich an pflanzlichen Lebensmitteln, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen ist.

Die Frage ist also nicht: „Wie bekomme ich möglichst viel Protein?“ Die bessere Frage lautet: „Wie versorge ich meinen Körper mit den Aminosäuren, die er benötigt, ohne ihm gleichzeitig unnötige Stoffwechsel- und Ausscheidungsbelastungen aufzubürden?“

Und da wird die pflanzliche Vollwertkost plötzlich sehr interessant.

Denn bei einer Ernährung aus Gemüse, Früchten, Kräutern, Sprossen, Samen, Nüssen und – je nach individueller Ernährungsform – weiteren pflanzlichen Vollwertlebensmitteln bekommt der Körper nicht nur einzelne Nährstoffe, sondern ein ganzes Ernährungssystem.

Ballaststoffe unterstützen die Darmtätigkeit. Kalium und Magnesium tragen zur Mineralstoffversorgung bei. Pflanzliche Lebensmittel liefern organische Anionen, die nach ihrer Verstoffwechselung zur Basenversorgung beitragen können. Und eine hohe Zufuhr von Obst und Gemüse senkt die ernährungsbedingte Säurelast. Nüsse, Samen, rohes Getreide, liefern eine große Menge an gesunden Proteinen und Aminosäuren – müssen also nicht erst dazu umgewandelt werden. Und gerade diese Aminsosäuren sind ein wichtiger Faktor für viele Stoffwechsel- und hormonelle Prozesse.

Das ist etwas vollkommen anderes als ein Steak auf dem Teller und danach die Frage: „Wie bekomme ich jetzt noch genügend Ballaststoffe dazu?“

Und man muss sich auch einmal die Logik der sogenannten High-Protein-Ernährung anschauen.

Erst wird der Mensch dazu gebracht, möglichst viel Eiweiß zu essen. Dann bekommt er Verstopfung. Dann braucht er Ballaststoffpräparate. Dann braucht er Verdauungsenzyme. Dann braucht er Magnesium. Dann braucht er ein Entsäuerungsmittel, und vielleicht einen Säureblocker für den Magen wegen zu hoher Magensäure, die mit durch tierische Produkte entstenden sind. Dann braucht er Nahrungsergänzungen, darunter auch Aminosäuren.

Der Stoffwechsel übersäuert trotzdem. Der Körper verliert Energie. Der Schlaf wird schlechter. Man fühlt sich morgens nicht erholt.

Dann braucht er Kaffee, um morgens in Gang zu kommen. Dann braucht er Sport, um die überschüssigen Kalorien wieder loszuwerden. Uns sein Nervensystem und seine Durchblutung wieder anzuregen, die durch die Übersäuerung schwach geworden sind. Doch all dies heilt ihn nicht wirklich, weil er trotzdem mit der Zeit Beschwerden bekommt. Es verlangsamt vielleicht den Abbau. Denn der Körper vergisst nichts. Auch wenn man das meint, weil man sich durch die Aufputschmittel immer wieder „aktiviert“ fühlt. Doch eines Tages kommt die Rechnung.

Und irgendwann braucht er Medikamente gegen Bluthochdruck, Blutzucker, Cholesterin oder Verdauungsprobleme.

Und anschließend nennt man das „gesundheitsbewusste Ernährung“.

Ich halte das für eine völlig verdrehte Logik.

Eine wirklich naturgemäße Ernährung sollte nicht zuerst ein Problem erzeugen und anschließend fünf Produkte verkaufen, um dieses Problem wieder auszugleichen. Oder dass man verstärkt Sport machen muss, um den Verfall auszugleichen.

Auch die Diskussion über die immer stärker werdende Übersäuerung muss betrachtet werden. Der menschliche Organismus hält den Blut-pH in einem sehr engen Bereich. Eine einzige Fleischmahlzeit macht zwar nicht das Blut plötzlich sauer, sondern es ist die immer wiederkehrende Säurelast, die der Körper irgendwann nicht mehr ausgleichen kann.

Aber es ist ebenso falsch, daraus zu schließen, dass die Säurelast der Ernährung überhaupt keine Rolle spiele. Und dass alles in Ordnung sei, weil man (noch) nichts spürt. Und die Blutwerte alle „in Ordnung“ sind. Die Zusammensetzung der Nahrung beeinflusst die Säureproduktion und die renale Säureausscheidung nachweislich. Und wenn das Blutbild einmal verändert ist, dann ist es oft schon sehr weit fortgeschritten. Denn der Körper versucht vieles auszugleichen. Aber irgendwann schafft er es nicht mehr. Wenn die Leber voll ist mit Toxinen, dann gibt es entsprechende Laborwerte. Wenn die Nieren Säuren nicht mehr ausscheiden können, dann ist im Blut Harnsäure nachweisbart.

Und genau hier liegt für mich der Kern des Problems: Der Körper kann sehr viel kompensieren. Eine Zeit lang. So lange das Maß noch nicht überschritten ist. Aber eines Tages ist „das Fass voll“. Dann beginnen die Beschwerden. Dann verändert sich das Labor-Ergebnis. Schon weit vorher sind übrigens die Verschleimung, die Säureablagerungen, die Verklebungen und einiges mehr im Dunkelfeld-Blutbild sowie weiteren alternativen Blutbeschauen sichtbar. Zum Beispiel kann die Farbe des Blutes einen Hinweis darauf geben, wie viel Sauerstoff enthalten ist, wie stark die Verklebung der roten Blutkörperchen ist (Geldrollenbildung), wie dick das Blut ist, das alles gibt einen Hinweis auf die Entwicklung der Übersäuerung. Wenn ich in meiner Naturheilpraxis Infusionen durchgeführt habe, habe ich stets eine Blutbeschau durchgeführt. Diese alte Methode, die zu den alten Diagnose-Methoden gehört, sowie weitere Methoden der Anamnese, können eine Sicht auf den Status der Gesundheit geben.

Auch kann man in einem Langzeit-PH-Test herausfinden, wie gut der Körper noch Säuren ausscheidet. Dies ist jedoch ein anderer Test, als wenn nur einmal der Urin auf seinen PH-Wert untersucht wird. Dazu jedoch an einer anderen Stelle.

Aber zurück zur Selbstregulation des Körpers: Kompensation ist nicht dasselbe wie optimale Ernährung. Kompensation verbraucht viel Lebensenergie (Kraft). Viele fühlen sich chronisch müde, schlapp, überlastet. Während Rohkost dem Körper Energie zuführt, entzieht tierische Kost dem Körper Kraft. Der Spruch „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ stimmt nur im Zusammenhang mit dem lebendigen Tier. Das Tote Tier und dessen Leichenteile entziehen dem Körper jedoch Lebenskraft, weil der Körper die Belastung der Verwesung ausgleichen muss. Dies kann er jedoch nicht bis ins Unendliche. Eines Tages ist auch seine Energie zu Ende. Das ist der Beginn, wo die Krankheiten auftreten. Krankheiten entstehen in der Regel mit einem Abfall an Energie.

Nur weil der Körper eine Belastung ausgleichen kann, bedeutet das nicht, dass wir ihm diese Belastung täglich und über Jahrzehnte zuführen sollten. Das ist ein ganz entscheidender Unterschied.

Und man kann diesen Gedanken auf das Altern übertragen. Altern bedeutet nicht nur, dass die Haut Falten bekommt. Altern bedeutet, dass die Fähigkeit zur Regulation, Reparatur, Ausscheidung und Anpassung nach und nach verändert wird.

Wenn wir also jeden Tag Stoffwechselprodukte erzeugen, die ausgeschieden werden müssen, wenn wir gleichzeitig zu wenig Ballaststoffe zuführen, wenn wir zu wenig frische pflanzliche Lebensmittel essen und wenn unsere Ernährung stark auf konzentrierten tierischen Lebensmitteln basiert, dann ist es zumindest vollkommen berechtigt zu fragen, ob wir damit tatsächlich die Bedingungen schaffen, unter denen unser Körper möglichst lange leistungsfähig bleiben kann.

Das ist für mich der eigentliche Eiweiß-Mythos.

Nicht: „Eiweiß ist schlecht.“ Sondern: „Mehr Eiweiß ist nicht automatisch besser.“

Und: „Tierische Produkte sind nicht automatisch hochwertiger, nur weil esie eine bestimmte Menge an Eiweiß enthalten“.

Und vor allem: „Ein Mensch wird nicht dadurch jünger, dass er möglichst viel Fleisch isst.“ Auch nicht, wenn er so viel wie möglich pflanzliches Protein verzehrt. Entscheidend ist, wie verfügbar dieses Eiweiß ist. Erhitzt man Eiweiß, wird es inaktiv. Es wird zu einem Klumpen Kleber. So wie auch das Eiweiß in Getreide (Gluten) in erhitzter Form zu der gefürchteten Verschleimung führt, trifft dies auch auf Eiweiß zu – ob pflanzlich oder tierisch. Dieser „Schleim“ - wie Prof. Dr. Arnold Ehret immer warnte – führt zu den gefürchteten Entzündungen. Und damit auch zu einer Beschleunigung des Alterns.

Auch die Vorstellung, Fleisch würde den Alterungsprozess verlangsamen, weil es besonders viel Protein liefert, halte ich für eine gefährliche Verkürzung. Denn Alterung besteht nicht aus einem einzigen Mangel an Protein. Alterung ist ein komplexer biologischer Prozess.

Und wenn wir über Ernährung sprechen, müssen wir deshalb auch über oxidative Belastung, Stoffwechselregulation, Darmgesundheit, Entzündungsprozesse, Gefäßgesundheit, Mineralstoffversorgung, Ballaststoffe und die Qualität der gesamten Nahrung sprechen.

Fleisch liefert Protein. Aber Protein ist nicht gleich Jugend. Protein ist nicht gleich Energie. Protein ist nicht gleich Gesundheit. Und Protein ist schon gar nicht gleich Lebensenergie. Und totes Proterin ist nicht gleich Lebenskraft.

Und man sollte auch nicht den Fehler machen, die Ergebnisse einzelner Studien aus der Fitness- oder Anti-Aging-Szene zu verallgemeinern. Dass eine bestimmte Ernährung kurzfristig zu Gewichtsverlust oder einer Veränderung bestimmter Stoffwechselmarker führt, bedeutet nicht automatisch, dass sie die optimale Ernährung für ein langes, vitales Leben ist.

Das ist genau der Punkt, an dem die Keto- und High-Protein-Bewegung häufig zu kurz greift.

Man schaut auf Gewicht. Man schaut auf Blutzucker. Man schaut auf Muskelmasse. Man schaut auf kurzfristige Leistungsfähigkeit. All dies sind Symptome. Aber diese sind Marker davon, was im Körper vor sich geht. Stimmen sie nicht, dann fehlt nicht einfach nur Eiweiß. Dann sind viele Faktoren nicht in Ordnung.

Oftmals beginnen diese Probleme im Darm. Wie gut funktioniert er? Bekommt er, was er für eine einwandfreie Funktion benötigt? Was belastet ihn?

Was ist mit der langfristigen Stoffwechselbelastung? Was ist mit der gesamten Säure-Basen-Regulation? Hier sind die Ursachen zu suchen, wenn die Werte nicht mehr stimmen.

Was ist mit der Ballaststoffzufuhr? Was ist mit den Enzymen, die nur in rohen Lebensmitteln vorkommen, und ohne die eine einwandfreie Verdauung nicht gewährleistet ist? Enzyme sind die Lebenskraft, nicht Eiweiß!

Was ist mit den pflanzlichen Schutzstoffen?

Was ist mit der Frage, wie sich ein Mensch nach zwanzig oder dreißig Jahren dieser Ernährungsweise fühlt? Wenn ein junger Mensch sich noch gut fühlt, dann reguliert sein Körper noch. Doch kann er sich auch nach 30 Jahren noch so gut regulieren, wenn ihm die benötigte Ballaststoffmenge vorenthalten wird, und er stattdessen mit Eiweiß-Schleim belastet wird?

Das sind die Fragen, die mich interessieren.

Denn ich kenne den Unterschied, wie man sich fühlt, wenn man Rohkost isst und wenn man wieder einen Teil Kochkost isst. Ich habe jetzt auch einen Teil Kochkost integriert und ich fühle mich nicht mehr so energievoll wie damals mit der Rohkost, deswegen bin ich wieder dabei, den Anteil an Rohkost zu erhöhen, was in meiner neuen Gegend schwer ist, da ich nicht diese Lebensmittel zur Verfügung habe wie an meinem früheren Wohnort. Aber ich weiß, was die beste Energie hervorbringt.

Und deshalb nehme ich meine eigenen Erfahrungen ernst.

Nicht als wissenschaftlichen Beweis für jeden Menschen. Aber als jahrzehntelange persönliche Erfahrung. Ich habe den Unterschied selbst gespürt. Und ich habe ihn bei vielen Menschen beobachtet. Ich spreche nicht aus Theorie von gelesenen Büchern. Oder dem, was man „allgemein“ behauptet. Ich habe es selbst gesehen und erfahren.

Es ist auch ein Trugschluss zu glauben, alles essen zu dürfen, was man will, und sich nie einschränken zu müssen, bedeutete Freiheit. In Wirklichkeit ist man nicht frei, sondern gefangen wie jeder andere Drogensüchtige, der sich nur wohl fühlt, wenn er seinen Schuss kriegt. Man ist süchtig nach dem Leichengift, weil es einen hormonellen Cocktail ausstößt, der auch beim Sterben stattfindet. Und Sterben ist gewiss kein Verjüngungsprozess. Aber mit Fleisch essen tötet man sich jedes Mal ein Stückchen mehr.

Ich würde sogar noch weiter gehen:

Freiheit bedeutet nicht, jedem Impuls nachzugeben. Sich nicht selbst beherrschen zu müssen. Alles mitmachen zu dürfen.

Freiheit bedeutet, nicht mehr von jedem Impuls beherrscht zu werden. Sich selbst im Griff zu haben. Meister über sich selbst zu sein.

Wenn ich nur deshalb „frei“ bin, weil ich jederzeit Zucker, Alkohol, Fleisch, Fast Food und andere stark stimulierende Lebensmittel essen darf, dann ist das eine sehr merkwürdige Definition von Freiheit.

Wenn ich dagegen die Fähigkeit entwickle, meinen Körper so zu ernähren, dass ich mich leicht, klar und energievoll fühle, dann ist das für mich eine wesentlich höhere Form von Freiheit. Und die höchste Freiheit in diesem Thema bedeutet für mich, mich mit Rohkost wohl zu fühlen. Dabei keine negativen Beschwerden zu bekommen. Denn mein System ist in Harmonie. Es ist kompatibel mit der Rohkost. Es ist kompatibel mit unserer Ur-Natur. Es gibt keine unangenehmen Gefühle dabei. Sondern im Gegenteil: Ich fühle mich lebendig, wenn ich Rohkost esse, und auch danach. Ich fühle mich genährt, satt, zufrieden. Ich fühle mich eins mit meiner wahren Natur.

Ich fühle mich leicht, wenn ich Rohkost gegessen habe, statt beschwert. Denn es gibt nichts mehr zu entgiften, und ich bekomme deshalb auch keine negativen Reaktionen mehr. Freiheit in diesem Bereich ist für mich, mich wohl zu fühlen, WEIL ich Rohkost esse. Mich in meinem Umfeld integriert zu fühlen, obwohl andere neben mir etwas anderes essen. Meinen Gaumen unter Kontrolle zu haben, dass er nichts einfordert, was ich nicht will, oder was mir schadet. Ich fühle mich „Herr“ über mich selbst.

Dies gehört für mich dazu zum Weg zur inneren Meisterschaft. Es ist ein Teil davon, Meister meines Lebens zu werden. Und meine wahre Bestimmung zu leben als der, der ich wirklich bin – frei von der Sucht, Kochkost und Fleischspeisen essen zu müssen, weil ich mich sonst nicht wohl, lebendig, energievoll fühle. Ich fühle mich wohl, WEIL ich Rohkost esse.

Leben kann nur von Leben kommen. Und Tod kommt von Tod. Leben kommt von lebendiger Nahrung, wie sie die Rohkost darstellt. Und Tod kommt von toten Leichenteilen. Das Leichengift ist eine schlimme Droge, die dich kurzfristig boostert, und man fühlt sich scheinbar energievoll. Aber danach kommt der Energieabfall. Auch bei Kochkost ist das der Fall, nur abgemilderter als bei Fleisch. Denn man tötet die Nahrung. Tote Nahrung erkennt man daran, dass sie keine Enzyme mehr enthält – die Lebensstoffe, die das Leben erhalten, und die wir dringend benötigen, wenn wir uns lebendig fühlen wollen.

Verdauungsleukozytose

Jede Fleischeskost ist ein kleiner Selbsttötungsprozess. Beim Essen meint man, man bekäme Energie. Auch bei Kochkost ist das der Fall, vor allem, wenn keine Frischkost dabei ist. Es fehlen die Enzyme. Und bei Fleischkost fehlen zusätzlich die Ballaststoffe. Der Darm hat keinen „Motor“., der ihn antreibt. Der Transport im Darm wird verlangsamt. Das lähmt. Das gesamte Verdauungssystem wird träge. Das führt zu geistiger Benebelung und Müdigkeit. Man braucht ein Mittagsschläfchen.

Aber lass Mittagsschläfchen, Kaffee, Alkohol oder sonstige Kreislauf-Förderer weg, dann warte 1 Stunde, und du siehst, wie Du Dich danach fühlst. Die Energie stürzt danach in das Gegenteil hinab. Der Körper übersäuert. Das Blut wird verschleimt, wird dick und wird dunkel. Ein Zeichen von Eindickung und Sauerstoffmangel. Die Säuren blockieren sämtliche Körperfunktionen, und vor allem den geistigen Prozess. Man wird vernebelt. Und je vernebelter man mit der Zeit geworden ist, bekommt man gar nicht mehr mit, wie man sich fühlt, und was man sich antut.

Der Blut-pH wird vom Organismus sehr streng reguliert. Deshalb ist ein Übdersäuerung nicht direkt im Blut messbar. Was sich durch die Ernährung tatsächlich verändert, ist vor allem die Säurelast, die der Körper verarbeiten und über die Nieren ausscheiden muss. Man kann jedoch in einem Langzeit-PH-Test messen, wie gut die Nieren die Säuren ausscheiden, und daraus Rückschlüsse über den Graf der Übersäuerung ziehen.

Bei den säurebildenden und schleimbildenden Nahrungsmitteln entsteht im Körper ein Prozess, der im Volksmund auch Fresskoma genannt wird. Durch die Vergiftung werden die roten Blutkörperchen miteinander verklebt, es entsteht die sogenannte Geldrollenbildung. Und gleichzeitig erhöhen sich die weißen Blutkörperchen. Also jedes Mal eine kleine Leukämie im Mini-Format. Das Blut wird „voll“: Voll mit Schleim, zu vielen weißen Blutkörperchen, und die roten Blutkörperchen verdicken sich, durch die Einlagerung der Schleimstoffe in dieselben. Sie können nicht mehr genug Sauerstoff führen. Und nicht mehr zu den Zellen führen. Dies reduziert den Sauerstoffgehalt im Körper.

Du spürst einen Moment der Trägheit und Energielosigkeit, und du brauchst einen Kaffee oder Alkohol, einen Spaziergang, eine Sportart, oder sonst irgendetwas. Die gesundheitsbewussteren greifen zu einer Vitamintablette. Oder einem Nahrungsergänzungsmittel. Dies kann für den Moment oft die Schwere der Blutverdickung etwa reduzieren. Und fühlen sie sich dann wieder etwas einjustiert.

Wenn du statt der rohveganen Vollwertkost etwas anderes zu dir nimmst, denkst du, du bist frei, weil du das zu dir nehmen darfst, und dich nicht einschränken musst. Aber in Wirklichkeit bist du ein Knecht deiner Sucht.

Fleischkost, Kochkost, Zucker. Genauso wie Kaffee, Alkohol. Sie pushen Dich zunächst. Du fühlst Dich in dem Moment frei. Aber irre Dich nicht, Du bist nicht frei, sondern gefangen. Du brauchst nicht glauben, dass Fleischessen den Alterungsprozess verlangsamen würde, nur weil das gerade alle Keto-Befürworter hinausposaunen. Dieselbe Kost hat früher Atkins-Diät geheißen, und es hat sich herausgestellt, dass sie viele Menschen in den gesundheitlichen Abgrund getrieben hat.

Tierisches Eiweiß würde uns fit machen, uns schlank machen und uns verjüngen, ist eine große Lüge. Und es ist schade, wenn du von dieser Lüge verführt wirst. Weil ddie meisten in ihren Sechzigern die Folgen davon zu spüren bekommen.

Ich musste den Absturz Vieler mit ansehen, die nicht auf mich gehört haben. Und die mit sechzig noch Überlebenden kämpfen heute mit diesen ganzen Alterserscheinungen und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Energieverlust, Rücken- und Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Störungen, Faltenbildung. Hervorgerufen durch verklebtes Blut, verschleimte Zellen, Ablagerungen im Darm, Aufsteigen der Toxine vom Darm ins Blut, und dadurch verstopfte Leber, verstopfte und nicht mehr zum Filtrieren fähige Nieren, und die vielen Folgen davon. Durch zu viel Eiweiß, fehlende Ballaststoffe, fehlende Enzyme, fehlende Vitalstoffe.

Natürlich lässt sich nicht jeder Alterungsprozesse lässt sich auf Fleisch oder Eiweiß allein zurückführen. Aber genau deshalb ist es so unsinnig, ausgerechnet Fleisch als das große Anti-Aging-Lebensmittel darzustellen. Die Datenlage zeigt vielmehr, dass die Gesamtqualität der Ernährung und die Proteinquelle entscheidend sind. Die Loma-Linda-Daten sind hierfür besonders interessant, weil sie gerade zwischen verschiedenen Proteinquellen unterscheiden.

Fleisch ist und bleibt ein starker Säurebildner. Und bildet Harnsäure. Es hat keinerlei Ballaststoffe, keine Enzyme und verlangsamt den Verdauungsprozess. Wie also bitte soll das gesund sein und das Altern verlangsamen? Das Gegenteil ist der Fall.

Wissenschaftlich ist erwiesen: Fleisch liefert Purine, aus deren Abbau Harnsäure entsteht, und tierische proteinreiche Lebensmittel können erheblich zur renalen Säurelast beitragen. Eine Ernährung mit viel Fleisch und wenig pflanzlicher Frischkost kann die Ernährung qualitativ verarmen lassen und eine höhere Säurelast, eine geringere Ballaststoffzufuhr und eine ungünstigere Zusammensetzung der gesamten Ernährung mit sich bringen.

Ballaststoffe, Enzyme, Vitalstoffe, aktivieren den Stoffwechsel, geben Energie und verlangsamen die Alterung. Und genau hier liegt für mich die eigentliche Antwort auf den Eiweiß-Mythos.

Wir brauchen keine Angst vor Eiweiß zu haben. Wir müssen nur aufhören, Eiweiß mit Fleisch gleichzusetzen. Wir brauchen Aminosäuren – aber wir brauchen keine Fleischreligion.

Wir brauchen Protein – aber wir brauchen keinen Proteinwahn.Wir brauchen Nahrung – aber wir brauchen keine Konzentrate, die nur einen einzigen Nährstoff möglichst hoch dosieren.

Der Körper ist kein Fitnessstudio. Er ist ein lebendiger Organismus. Und ein lebendiger Organismus braucht nicht nur Baustoffe. Er braucht auch Regulation, Ausscheidung, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Wasser, pflanzliche Begleitstoffe und eine Ernährung, die seine natürlichen Funktionen unterstützt.

Wenn ich also die Wahl habe zwischen einem stark konzentrierten tierischen Lebensmittel ohne Ballaststoffe und einer vielfältigen pflanzlichen Vollwertkost, die Protein mit Ballaststoffen, Mineralstoffen und einer Fülle weiterer Pflanzenstoffe verbindet, dann stellt sich für mich die Frage gar nicht erst, welche Ernährungsweise ich als Grundlage für Vitalität und gesundes Altern bevorzuge.

Ich bevorzuge die Nahrung, die den ganzen Menschen versorgt. Nicht nur seinen Eiweißbedarf.

Reinigen Sie Ihren Dickdarm, um gesunde Ernährung besser zu vertragen, sich davon leichter, gesünder, vitaler zu fühlen, und die unnötigen Entgiftungsprozesse damit zu steuern.


Martina Grünenwald, Heilpraktikerin, Ernährungsberaterin, Lebenslehrerin



 
 
 

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Martina Grünenwald
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