Der Oxalsäure-Mythos - schädlich oder sogar gesund?
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- Dec 19, 2025
- 18 min read
Updated: Dec 25, 2025

Artikel von Heilpraktikerin Martina Grünenwald
Offiziell wird bei bestimmten Krankheitsbildern von bestimmten pflanzlichen Lebensmitteln abgeraten, die Oxalsäure enthalten.z.B. Grünpflanzen wie Spinat, aber auch Nüsse, Samen und Kakao. Doch stimmt es wirklich, dass man diese Lebensmittel meiden muss? Oder gilt aus naturheilkundlicher Sicht womöglich gerade das Gegenteil?
Bei Oxalsäure-haltigen Lebensmittel handelt es sich meist um gerade diejenigen gesunden Lebensmittel, die in der roh-veganen Vollwertküche wegen ihrer stark gesundheitsfördernden Wirkungen sehr geschätzt sind. Ob Grünpflanzen, Nüsse, Samen, Kakaobohnen usw. - viele, die gerne mehr Rohkost und grüne Smoothies in ihren Speiseplan integrieren wollen, fragen sich, ob es in ihrer Gesundheitssituation nicht bedenklich sei.
Jedoch haben die Rohkost-Philosophie und die Naturheilkunde zum Thema Ernährung sowieso eine andere Sicht. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, ob Oxalsäue wirklich zu meiden ist oder nicht - oder ob Oxalsäure sogar lebenswichtig ist.
Ist Oxalsäure vielleicht sogar gesund?
Oxalsäure wird in der Ernährung häufig einseitig als „problematisch“ dargestellt. Tatsächlich hat sie – insbesondere aus Sicht der pflanzenbasierten Rohkost-, Naturheilkunde- und Evolutionsbetrachtung – mehrere Funktionen, sowohl für die Pflanze als auch für den menschlichen Organismus, sofern Dosis, Kontext und Stoffwechselgesundheit stimmen. Lesen Sie, welche Vorteile Oxalsäure sogar haben kann:
Warum enthalten Pflanzen Oxalsäure? (biologische Funktion)
Oxalsäure ist kein Abfallstoff, sondern ein regulativer Pflanzenmetabolit. Er hat mehrere wichtige Funktionen für unseren Körper.
Eine wichtige Funktion ist die Regulation der Mineralien in unserem Körper. Der gefürchtete Stoff bindet überschüssiges Calcium zu Calciumoxalat, und schützt so vor Mineralien-Überladung. Diese gesunde Säure unterstützt bei der Stress- & Schwermetallbindung, und komplexiert giftige Metalle (z. B. Aluminium). Pflanzen mit hoher Oxalsäure sind meist sehr mineral- und enzymreich, und somit wichtig für unseren Organismus.
Was bewirkt Oxalsäure im menschlichen Körper?
Diese als schädlich abgetane Säure hat in Wirklichkeit viele wichtige Funktionen in unserem Körper:
Bindung (Chelatierung) von überschüssigem Calcium, Eisen, Kupfer. Es kann pathologische (schädliche) Mineralablagerungen mobilisieren, um sie ausscheiden zu können. Es wirkt ähnlich wie eine schwache Chelat-Therapie, die in der Naturheilkunde zur Bindung und Ausscheidung von Schwermetallen eingesetzt wird. Jedoch gilt wie für alles, das richtige Maß. Denn wenn zu viele Giftstoffe im Körper vorhanden sind, kann es (zunächst) bei vielen Kranken zu einer Blockierung der Ausscheidung führen – gerade der Zustand, der bei Menschen vorhanden ist, denen vor Oxalsäure abgeraten wird. Doch diese Ausscheidungs-Blockade kann mit naturheilkundlichen Methoden beeinflusst werden, wenn es die richtigen sind.
Reinigungs- und Entgiftungsreiz. In der Naturheilkunde gilt: „Leichte Reize aktivieren die Ausscheidung.“ So wirkt Oxalsäure leicht reizend auf Schleimhäute, stimuliert die Darmbewegung und den Gallenfluss, und wirkt als metabolischer Weckreiz (Stoffwechselaktivierung).
Antioxidative & entzündungsmodulierende Effekte. Oxalsäure wird auch vom Körper selbst gebildet, und ist somit Teil des Redox-Gleichgewichts. Sie reguliert freie Calciumionen, die Entzündungen triggern können.
Warum ist Oxalsäure nur in gekochten Lebensmitteln ein Problem?
Im Rohkost-Kontext sind in den Lebensmitteln ja noch die Enzyme enthalten, und die Mineralien wie Magnesium & Kalium vorhanden, die durch die Zerstörung der Zellstrukturen in der Nahrung beim Kochprozess verloren gehen. Im rohen Zustand sind die Mineralien organisch gebunden und so bleibt ein hoher Wassergehalt im Lebensmittel. Somit bleibt Oxalsäure löslich und ausscheidbar.
Wird jedoch überwiegend Kochkost verzehrt, werden durch das Erhitzen über 40 Grad Celsius wertvolle Mineralien und Enzyme zerstört. Somit geht die Wasserstruktur im Lebensmittel verloren, und der Mineralienhaushalt ändert sich – im Lebensmittel wie auch im Körper. Auch nehmen Menschen, die sich mit überwiegend Kochkost ernähren, häufig auch isoliert Calsium auf - z. B. Durch Milchprodukte, oder Calcium-Tabletten. Dadurch fällt Calciumoxalat aus, und es bilden sich Calcium- und Oxalat-Ablagerungen.
Gesundheitliche Vorteile von Oxalsäure
Allen Unkenrufen zum Trotz, hat Oxalsäure sogar gesundheitliche Vorteile: Es ist potenziell nützlich bei einem Überschuss von Calcium (mineralischer Überladung im Körpe, das zu Ablergungen führt – nicht nur in den Nierengefäßen, sondern auch an allen anderen Blutgefäßwänden. Dies führt zu einem trägem Stoffwechsel, einem Stau im Gallenabfluss-System, Ablagerung von Schlacken im Gewebe - der wirklichere Grund für rheumatische Probleme und Arthritis, Fibromyalgie etc.
Aber auch wenn Menschen radikal umstellen auf Rohkost, kann es in der Übergangsphase zu einer überschießenden Entgiftungsreaktion kommen, wo der Körper mit dem Ausscheiden von Gift- und Abfallstoffen nicht nachkommt – weil z.B. die Ausscheidungsorgane wie Niere, Lymphsystem und Darm überlastet sind. Wird hier nicht schrittweise vorgegangen und die Entgiftung gezielt gesteuert, und gleichzeitig der Darm gereinigt und erst die Niere mit Naturheilkunde entlastet, dann kann es zu Problemen mit Oxalsäure kommen.
Bei wem kann Oxalsäure schädlich wirken?
Nicht die Oxalsäure selbst, sondern das Milieu entscheidet. Problematisch wird Oxalsäure nur in einem gestörten Stoffwechsel. Wo sowieso die Darmflora, die Verdauungsfunktion, die Nierenausscheidung und somit die Ausscheidung von Giftstoffen blockiert ist.
Auch wenn durch fehlende Rohkost der Körper chronisch dehydriert ist – die Mineralien und Enzyme in der Rohkost sowie die Wasser-Bindungsfähigkeit der Mineralien in rohen Lebensmitteln kann nicht durch das bloße Trinken von Wasser ersetzt werden. So kommen viele trotz trinken von Wasser in eine Dehydrierung – es fehlen die sekundären Pflanzenstoffe, die das Wasser im Körper binden.
Auch eine stark eiweißreiche Kost führt zu Ablagerungen im Körper – dies kann jeder im Internet nachforschen, und die dazu gehörenden Studien nachlesen.
Warum sagen manche Therapeuten, Oxalsäure sei schädlich?
Weil die Sichtweise der meisten Therapeuten mehr auf den Symptomen liegt als auf der Ursache. Man muss jedoch dieses Thema ganzheitlich betrachten - wie bei vielen anderen Themen auch.
Und weil viele ihrer Patienten einen gestörten Mineralhaushalt haben, und man weiß, dass man hier vorsichtig sein muss.
Doch ist Oxalsäure der Bote, und nicht der Täter. Er ist die Wirkung, und nicht die Ursache. Wenn ein potentiell gesunder Stoff nicht vertragen wird, dann ist nicht der Stoff schuld, sondern das Milieu im Körper – es ist gestört, und will wieder in Harmonie gebracht werden. Der Bote ist nur der Anzeiger, der Überbringer der Botschaft.
Die richtige Einordnung der Oxalsäure aus Rohkost-Sicht
Aus der Rohkost-Perspektive gilt: Oxalsäure ist ein Regulator, kein Gift. Wird der Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht, kann die Oxalsäure ihre Funktion der Regulation wieder aufnehmen, und der Körper kann von den heilsamen Inhaltsstoffen der Lebensmittel mit Oxalsäure profitieren.
Fazit:
Oxalsäure in Lebensmitteln ist gut für die Mineralregulation, zur Entgiftung überschüssiger Calcium-Ionen, zur Stoffwechsel-Aktivierung. Sie wird problematisch nur bei einem Mineralungleichgewicht, einem Mangel an Rohkost und einer Kochkost-Last, sowie der damit einhergehenden Dehydratation. Statt der isolierten Zufuhr von fehlenden, verloren gegangenen Mineralien, sollte lieber der Körper wieder mit den natürlichen Stoffen aus der Rohkost verorgt werden, damit der Körper wieder in seine ursprüngliche Balance zurück kommen kann. Dabei helfen auch Dinge wie z.B. grüne Smoothies.
Was für eine Säure ist Oxalsäure?
Säuren müssen nicht pauschal schlecht sein. Es git mehrere Säuren, die der Körper sogar braucht. So wie in vielen "sauer" schmeckenden Lebensmitteln, verleiht Oxalsäure einigen Kulturpflanzen wie Rhabarber und Spinat ihre eigentümliche Säure. Auch einige Wildkräuter warten mit dieser auf, so sind Sauerampfer und Sauerklee wahrscheinlich die bekanntesten, sauer schmeckenden Wildkräuter.
Oxalsäure (Oxalat) ist eine organische Säure, die natürlicherweise in vielen Pflanzen vorkommt. Sie entsteht aber auch im menschlichen Stoffwechsel in kleinen Mengen, wird aber im Körper nicht verstoffwechselt, sondern ausgeschieden wird (v. a. über die Niere).
Problematisch ist nicht Oxalsäure an sich, sondern es kommt darauf an, wie viel davon gegessen wird, wie oft, und in welcher Kombination. Dies gilt für erkrankte Organe. Doch wenn der Magen-Darm-Trakt gesund ist, macht dieser Stoff normalerweise kein Problem. Wie bei vielen Themen, die mit Unverträglichkeiten zu tun haben, gibt es die offizielle Sichtweise, die versucht den Symptomen aus dem Weg zu gehen und Dinge zu meiden, die dem Stoffwechsel Schwierigkeiten bereiten, und die naturheilkundliche Sichtweise, die der Ursache auf den Grund geht und diese in Ordnung bringt. Also wenn das Rad am Fahrrad durch ein Holzstück blockiert, wird das Holz entfernt, statt nicht mehr Fahrrad zu fahren.
Oxalsäure wird von Imkern zur Bekämpfung der parasitischen Varroamilbe in das Bienenvolk geträufelt. Die organische Säure greift zwar den Parasiten an und veranlasst ihn abzufallen.
Grundlegende Sicht der Naturheilkunde zum Thema Ernährung
Wenn man nämlich versteht, wieso der eine bestimmte gesunde Lebensmittel verträgt. und diese beim anderen Probleme bereiten, ist man der Lösung einen Schritt näher. Wichtig ist es, zu erforschen, ob ein Lebensmittel potentiell gesund ist, also zu einer artgerechten Ernährung gehört, oder ob es potentiell schädlich ist für die menschliche Ernährung.
Denn nicht alles, was offiziell als gesund oder ungesund gilt, ist aus der Natur-Sicht auch wirklich so. Wenn der Mensch – das gilt auch für Tiere – ein für ihn artgerechtes Lebensmittel nicht verträgt oder davon „Beschwerden“ bekommt, dann ist der Mensch das Problem, und nicht das Lebensmittel. Aus dieser Sichtweise heraus sollte am Mensch angesetzt werden und seine Organe in die natürliche Funktion zurück gebracht werden. Dann kann er in der Regel wieder die ganze Palette der gesunden Lebensmittel essen, ohne Probleme zu bekommen.
Wie man wieder mit der Natur „ins Reine“ kommt, erfahren Sie in meinen Artikeln, die ich in meinem Blog auf meiner Webseite veröffentlicht habe.
Wo ist Oxalsäure enthalten?
Bei den Lebensmittel-Tabellen gibt es Schwankungen von Verfasser zu Verfassser. Die Werte variieren, auch unter dem Gesichtspunkt, ob sie natürlich gewachsen sind oder mit einem Gift-Cocktail behandelt wurden.
Offiziell gelten grüne Pflanzen wie Spinat als sehr oxalreich. Man sagt ihnen nach, dass sie roh sogar noch bedenklicher seien. Jedoch muss man bedenken, dass Rohkost an sich auch die wichtigen Vitalstoffe enthält, die man dringend benötigt, wenn man gesund bleiben oder werden will. Grüne Pflanzen also zu meiden, kann auf der anderen Seite auch Probleme verursachen – vielleicht noch schlimmere?
Weitere Lebensmittel aus der oxalreichen Liste: Mangold, Rhabarber (Blätter extrem), Sauerampfer, Portulak, Rote-Bete-Blätter. Aber auch Kakao / Rohkakao, Carob, Sternfrucht, Schwarzer Tee, Sesam, Mandeln (bei hohem Konsum).
Es ist auffällig, dass es sich hierbei gerade um Pflanzen mit starkem Gesundheitspotential handelt, wie man in der Literatur nachlesen kann. Gilt es doch offiziell als bestätigt, dass positive Effekte bekannt sind aus dem breiten epidemiologischen Kontext „mehr Gemüse und Grünzeug = besserer Stoffwechsel und geringeres Krankheitsrisiko“. Eine große Epidemiologische Ernährungsstudien zeigen generell, dass ein hoher Konsum vielfältiger Blattgemüse assoziiert wird mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und metabolische Erkrankungen (Stoffwechselerkrankungen).
Auch für Kakao befassen sich zahlreiche Studien, die den enthaltenen Flavonolen antioxidative und entzündungs-modulierende Wirkungen haben, und zum Beispiel gefäßschützende Wirkungen haben, und somit die Herz-Kreislauf-Gesundheit positiv beeinflussen. Auch unterstützen sie die Insulin-Sensitivität und können bei Blutzucker-Stabilität helfen. Eine Studie in MedicalNewsToday berichtete, dass eine Ernährung reich an Flavonoiden (wie sie im Tee, Kakao und anderen farbigen Pflanzen vorkommen) mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und Mortalität verbunden sind.
Zu Sesam und Mandeln gibt es große epidemiologische Studien, die zeigen, dass Nuss- und Samenverzehr regelmäßig mit besserem Herz-Kreislauf-Risikoprofil verbunden ist (z. B. bessere Cholesterinwerte, geringeres Risiko für koronare Herzkrankheit). MedicalNewsToday: Insbesondere Mandeln wurden in randomisierten Studien mit Verbesserung von LDL-Cholesterin und verbessertem Lipidprofil assoziiert.
Mittlere Konzentrationen finden wir in Süßkartoffel, Petersilie, Beeren (v. a. Himbeeren), Amaranth, Buchweizen, Cashews.
Geringe Mengen sind enthalten in Gurke, Zucchini, Avocado, Salate (außer Sauerampfer), Papaya, Mango, Banane, Wildkräuter wie Giersch, Brennnessel (jung).
Warum wird Oxalsäure offiziell kritisch gesehen?
Es wird gesagt, dass Oxalsäure Mineralien bindet (Calcium, Magnesium, Eisen), und unlösliche Oxalat-Salze bilde, die nicht aufgenommen werden und sich bei Übermaß ablagern können.
Wichtig: Oxalsäure zieht kein Calcium aus Knochen, sondern verhindert dessen Aufnahme, wenn sie gleichzeitig konsumiert wird. Das Problem ist also der Überschuss an Calcium.
Des weiteren soll sie Ablagerungen bilden und reizend wirken, und zwar bei Überlastung oder schlechter Ausscheidung. Dabei bilden sich Calciumoxalat-Kristalle, die folgende Gewebe reizen können: Nieren, Gelenke, Faszien, Schleimhäute, Nervengewebe.
Typische Hinweise werden angenommen – die nicht beweisend sind, aber häufig gleichzeitig beobachtet werden: Stechende Fuß- oder Gelenkschmerzen, Morgendliche Steifigkeit, Brennen ohne klassische Entzündung, Bildung von Nierensteinen (dies wird klassisch schulmedizinisch anerkannt). Interessant ist, dass genau bei Menschen, die Probleme mit Entzündungen haben, ein Mangel an Rohkost in der Ernährung häufig ist. Sie essen in der Regel eher weniger von den oxalhaltigen Lebensmitteln, als das Gesunde tun.
Obwohl nicht bewiesen, wird mangels weiterer Erkenntnisse über die tieferen Zusammenhänge der Gesundheit, der Schwarze Peter der Oxalsäure zugeschoben.
Weitere Wirkung hat die Säure auf Darm & Mikrobiom. Doch eine gesunde Darmflora mit gesunden Darmbakterien (z. B. Oxalobacter formigenes) baut Oxalate ab. Bedeutet dies im Umkehrschluss, dass bei einer gesunden Darmflora (gesunde Besiedelung des Darmes mit gesunden Bakterien) Oxalsäure kein Thema mehr ist? Man denke einmal darüber nach. Die meisten Menschen – bei allen die in meine Naturheilpraxis mit körperlichen Beschwerden kamen, war dies der Fall – die Darmflora war stark gestört, und es bestanden massive Ablagerungen an den Darmwänden.
Es ist allgemein bekannt, dass nach Antibiotika die Besiedelung der Darmflora mit gesunden Darmbakterien gestört ist, und sich so Candida-Pilze ausbreiten können. Auch wenn die Ernährung eher ungesund ist, und sich z.B. aufgrund mangelnder Ballaststoffzufuhr im Darm viele Ablagerungen bilden, sind Milchsäurebakterien stark vermindert oder gar nicht mehr vorhanden.
Statt der gesunden Bewohner im Darm, finden sich in Stuhlproben massenhaft Pilze, Parasiten und Würmer, sowie andere mikroskopisch kleine Fremdbewohner, die die Darmflora dominieren. Diese Eindringlinge sind laut vieler Forscher im naturheilkundlichen Bereich die Übeltäter, die viele Funktionen im Körper aus dem Gleichgewicht bringen. Hier sollte man aus der Sicht der Naturheilkunde ansetzen. Schon der alte Arzt und Naturheilkundler Paracelsus sagte: „Der Tod sitzt im Darm“. Damit ist gemeint, dass die Gesundheitsgefahr primär vom Darm ausgeht.
Oxalsäure aus Sicht der Naturheilkunde und Rohkost-Ernährung
Bei einem gesunden Darm mit einem gesunden Darm-Milieu (Mikrobiom) ist Oxalsäure normalerweise kein Problem – wenn man nicht mehre Kilo Grünzeug täglich futtert.
Deshalb ist es wichtig, sich auch innerhalb der gesunden Lebensmittel ausgewogen zu ernähren. Das heißt, auch ausreichend Früchte, Gemüse, Nüsse und Samen zu sich zu nehmen. Hier herrscht oft viel Verwirrung in der Szene, und viele sind deshalb nicht wirklich gesund, weil sie wichtige Lebensmittel meiden – nicht weil diese schädlich sind, sondern weil ihnen schädliches nachgesagt wird. Zum Beispiel das Thema Früchte. Darüber können Sie auch einen Artikel von mir lesen auf meinem Gesundheits-Blog auf meiner Website.
Wenn z.B. Früchte fehlen, besteht ein Mangel an den darin enthaltenen Enzymen, was auch zu einer Fehlfunktion der Verdauung führen kann, was sich auf die Gesamt-Gesundheit negativ auswirkt. Auch auf Nieren, Knochen, Gelenke, Nerven, Gehirn und vieles mehr.
Viele essen statt der Früchte zu viel Grünpflanzen, oder supplementieren mit zu vielen Superfoods (z.B. Algen, Kräuter), und nehmen zusätzlich noch täglich „Basenpulver“ - Mineraliengemische, z.B. aus Heilerde, Zeolith, usw.. Wenn gleichzeitig eine zu hohe Dosierung an Calcium in Form von Präparaten eingenommen wird, besteht im Körper ein Mineralien-Ungleichgewicht. Dann kann trotz gesunder Ernährung vieles aus der Balance geraten. Während es bei einer ausgewogenen Pflanzenkost keinen Überhang in Richtung Grün gibt, und somit auch Oxalat nicht zu hoch wird.
Hinzu kommt, dass viele bei der Bemühung, viel Grünzeug zu sich zu nehmen, auf Kulturgemüse und deren Grün setzen, statt die gesünderen Wildkräuter zu verwenden. Letztere sollen laut Studien weniger Oxalsäure enthalten.
Oxalsäure in einer gesunden, ausgewogenen Rohkost-Ernährung oder veganen Ernährung mit einem hohen Rohkostanteil, muss also nicht pauschal gemieden werden.
Auch sollte man auf eine gesunde Darmfunktion und generellen Ausscheidung an Abfallstoffen achten, also gesunde Darmfunktion, Lymphaktivität und Nierenausscheidung. Denn sich roh zu ernähren, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man damit gesund ist oder gesund wird.
Die Rohkost ist einer von mehreren Pfeilern der Gesundheit. Wenn der Körper krank geworden ist, gehört mehr dazu als nur die Ernährung umzustellen, wenn man ganzheitlich gesund werden will. Zum Beispiel gehört eine innere Reinigung, Regeneration und Aktivierung der gesamten Ausscheidungsfunktionen dazu – also Darm, Nieren, Leber, Blut, Lymphe, und einiges mehr.
Denn wenn der Körper im Stau ist, weil die Entgiftung nicht mehr ausreichend funktioniert, dann können nicht nur Oxalat, sondern auch viele weitere Dinge, die an sich gesund sind, zum Problem werden. Zum Ausleiten von Stau im Körper gibt es echte Naturheilverfahren – im Gegensatz zu manchen nur oberflächlich wirkenden „alternativen“ Heilmethoden, die nur die Symptome korrigieren. Welche Methoden dies sind, können Sie in einem anderen Artikel von mir nachlesen.
Ein Beispiel über den Unterschied von echten Naturheilverfahren und rein symptomatisch wirkenden Heilmethoden ist das Thema „Darmreinigung“. Hier gibt es viel Unkenntnis darüber, was eine echte Darmreinigung ist, und was nur Pseudo-Darmreinigung ist. Gemäß dem Spruch „wasch mich, aber mach mich nicht nass“, werden in vielen sogenannter Darmkuren lediglich Mittel von oben verabreicht, also eingenommen, aber nicht von unten mit Wasser ausgespült. Es ist, als würde man Waschpulver in die Waschmaschine füllen, aber nicht den Wasserhahn aufdrehen, und die Wäsche nicht ausspülen.
Eine echte Darmreinigung braucht also auch Wasser von unten her, z.B. durch Einläufe, Darmspülungen (z.B. Colon-Hydro-Therapie), in einer dem Gesundheitszustand angepassten Häufigkeit. Wenn Waschpulver und Wasser nicht gleichzeitig angewandt werden, kann es nicht zu einem echten Waschergebnis kommen – genauso ist es beim Darm. Und somit bleiben Unverträglichkeiten und Themen wie Oxalsäure bestehen. Zu diesem Thema können Sie in meinen anderen Artikeln mehr erfahren.
Oxalsäure ist lebenswichtig
Ich jedenfalls ernähre mich mit viel Wildkräutern in Form von grünen Smoothies, aber lasse auch die Früchte nicht außer Acht, und achte auch auf die ausreichende Zufuhr von Nüssen und Samen. Auch habe ich meinen Darm intensiv gereinigt, und erst als ich dies vollzogen hatte, ließen alle plagenden Beschwerden nach, die ich früher hatte, und die durch Ernährung allein nicht weichen wollten.
Auch bei meinen Patienten führe ich als Basis-Methode meist die Darmreinigung - mit einer Kombination von Mitteln von oben und Wasser von unten, sowie weiteren Hilfen aus der Natur, durch. Denn viele meiner Patienten haben Unverträglichkeiten und Probleme, wie auch mit Oxalsäure. Und wir gehen die Sache ganzheitlich an, damit die Leute die gesunden Lebensmittel zu sich nehmen können, die ihnen einen großen gesundheitlichen Mehrwert bringen.
Zum Beispiel ist der grüne Smoothie ein wichtiges Hilfsmittel, um seine Kraft zu erhöhen, mehr Energie zu erhalten, und auch dem lädierten Verdauungssystem wichtige Stoffe zuzuführen – Bitterstoffe, Ballaststoffe, Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe (die sind die Bestandteile in rohen Lebensmitteln, die heilkräftige Eigenschaften haben). Mehrere Rezepte finden Sie in meinem Youtube-Kanal: https://youtube.com/shorts/JWZ3HK00XAc?si=UeOpxToqFM6-ZOQw
Denn Grünzeug in Form von Wildpflanzen sowie die wichtigen Grundnahrungsmittel der Rohkost-Ernährung zu meiden, würde dem Körper wichtige Stoffe vorenthalten, die für die Gesundheit wichtig sind, z.B. Mineralien, Enzyme, sowie die heilkräftigen sekundären Pfanzenstoffe. Außerdem enthalten Wildkräuter und Heilkräuter oft weniger Oxalat als es in Kulturpflanzen enthalten ist. Und wie wir besprochen haben, haben z.B. Nüsse, Samen und rohe Kakaobohnen viele wertvolle Eigenschaften, die die Gesundheit erhöhen können.
Kann man Oxalsäure entfernen durch Kochen der Nahrung?
Es wird gesagt, dass das Kochen eine Möglichkeit wäre, um die Oxalsäure zu reduzieren. Doch löst es dieselbe dadurch nicht, denn sie ist nicht wasserlöslich. Kochen reduziert Oxalat nur etwas durch Auslaugung. Doch gleichzeitig werden durch das Erhitzen über 40 Grad den pflanzlichen Lebensmitteln auch wertvolle Enzyme, Vitamine und die heilkräftigen sekundären Pflanzenstoffe weggenommen. Auch Kalium geht verloren, ein wichtiger Stoff beim Thema Oxalsäure.
Auch die gesamte Lebendigkeit der Lebensmittel geht verloren. Wenn man jedoch gesund werden will und sich lebendig fühlen will, braucht es eine „lebendige“ Ernährung. Und somit sollte diese nicht über 40 Grad Celsius erhitzt werden. Mehr zu diesem Thema finden Sie in meinem demnächst erscheinenden Buch über die Rohkost-Ernährung.
Denn die Rohkost mit ihren Enzymen und Ballaststoffen ist ein wichtiges Element, um das Mikrobiom im Darm mit aufzubauen. Und somit das Thema Oxalsäure von der Ursache her zu lösen.
Die offiziellen Empfehlungen gegen alle Speisen, die Oxalsäuren enthalten, sind also auf die übliche Kochkost-Ernährung ausgerichtet, die meist auch tierische Stoffe enthält, und die stark schleimbildend wirkt (siehe das Buch von Dr. Arnold Ehret „die schleimfreie Heilkost“), und somit verschiedene Dysfunktionen bewirkt, wie z.B. gestörte Darmflora, Ablagerungen durch Schleimbildung und mangelnde Ballaststoffe, eingeschränkte Funktion der weiteren Verdauungsabschnitte durch fehlende Enzymen, Vitamine und Bitterstoffe – letztere sind ja gerade in den rohen Grünpflanzen enthalten.
Unter diesem Aspekt wäre es ratsam, sich mit dem Thema Rohkosternährung auseinanderzusetzen. Mehr zu diesem Thema finden Sie in meinem Blog auf meiner Website.
Wie geht man aus der Sicht der Rohkost mit Oxalsäure um?
Wie gesagt, sind die Grünpflanzen auch wichtig für unsere Gesundheit. Doch sollte man nicht ausschließlich davon essen, sondern auch Früchte, Nüsse und Samen in den Speiseplan einbeziehen. Auch sollte man nicht nur aus dem Supermarkt einkaufen, sondern Grünzeug auch aus der Natur holen oder selbst anbauen.
Wenn man Mineralien zuführen will, sollte man dies hauptsächlich durch Pflanzen tun, statt Mineralien-Pulver einzunehmen. Und auch nicht den Fehler begehen, zu viel Calcium zu sich zu nehmen, sondern mehr Kalium im Verhältnis zu Calcium.
Mineralien sollte man nie in Eigenregie einnehmen, sondern entweder Fachkenntnisse haben oder einen Therapeuten konsultieren, der sich mit Mikronährstoff-Therapie auskennt. Auch sollte Magnesium überwiegen, dies fördert die Oxalat-Löslichkeit – doch auch hier, immer mit einem Plan und unter der Kontrolle von jemandem, der sich mit Mikronährstoffen auskennt. Die meisten nehmen einfach Mineralien ein, ohne zu wissen, welche Auswirkungen das haben könnte, wenn sie nämlich dann einen Mangel auf einer anderen Seite verursachen.
Auch sollte eine Ernährungsumstellung immer einhergehen mit einer intensiven Darmreinigung – keine Pseudo-Darmreinigung nur mit Pülverchen. Denn wenn der Darm träge ist, kann durch Pulver auch das Gegenteil entstehen. Auch das Thema Flüssigkeit ist wichtig. Allerdings nicht nur in Form von Wasser, sondern auch in Form von frisch gepressten Säften, Früchten, um dem Darm und dem Blut damit auch Enzyme zuzuführen.
Wann ist Vorsicht besonders angebracht?
Wenn bekannt ist, dass man bereits Nierensteine hat. Bei chronischen Fuß-/Gelenkschmerzen unklarer Ursache. Und bei hoher Basenpulver-Einnahme mit Calcium, sowie bei kaliumarmer Ernährung. Wenn Darmprobleme vorhanden sind, und Candida / Antibiotika-Vorgeschichte war. Dann sollten erst diese Probleme gelöst werden, um danach die gesunde Kost wieder problemlos aufnehmen zu können.
Hier sollte ein ganzheitlicher Therapeut konsultiert werden, um das Thema ganzheitliche Entgiftung für Nieren, Darm, Leber, sowie zur Harmonisierung der Darmflora, anzugehen, um so die Ursache für die Unverträglichkeit von Oxalsäure in Ordnung zu bringen. Denn bei gesundem Darm, gesunden Nieren, gesundem Körper und gesundem Milieu, ist Oxalsäure kein Thema.
Wen betrifft das Thema Oxalsäure?
Bei folgenden Erkrankungen raten Ärzte und schulmedizinisch ausgerichtete Ernährungsberater, auf oxalreiche Lebensmittel zu verzichten oder deutlich zu reduzieren:
Nicht nur bei Nierensteinen wird vor Oxalsäure gewarnt. Calciumoxalat-Nierensteine sind zwar die häufigste Indikation, die mit Oxalsäure in Zusammenhang gebracht wird. Doch wird häufig schon vorbeugend bei leichteren Poblemfeldern, wie z.B. Schmerzen, Schilddrüsenproblemen usw, vor Oxalsäure-haltigen Lebensmitteln gewarnt.
Zwar bestehen 70-80 Prozent der Nierensteine aus Calciumoxalat - eine Verbindung zwischen Calcium und Oxsalsäure. Jedoch entstehen Nierensteine aus naturheilkundlicher Sicht nicht nur wegen dem Oxalat, sondern hauptsächlich wegen einer ungesunden - häufig calciumhaltigen, säurebildenden (übersäuernden) und eiweißreichen Ernährung. Aus dem Komplex dieser Stoffe können sich die Ablagerungen bilden. Doch nicht nur in den Nieren, sondern überall im Körper können sich Ablagerungen bilden - genau aus demselben Material: In den Blutgefäßen, im Herzen, an den Gelenken, in den Muskeln, an den Nerven, im Gehirn. Doch ist nicht die Oxalsäure an sich schuld an den Ablagerungen, sondern Dinge, die in den Körper gelangen - hauptsächlich durch Ernährung - die schleimbildend sind. Also so klebrig werden, dass sie überall kleben bleiben, und so im Inneren des Körpers zu Verklebungen (Ablagerungen) führen.
Diese klebrige, calciumreiche und eiweißreiche Masse bildet eine Verbindung mit Oxalsure, und verstopft die Nierengefäße, sodass die Nieren nciht mehr richtig ausscheiden können, vor allem verbleiben so Säuren im Körper, die zu Schmerzen, Organschäden überall im Körper führen können. Deshalb wird das Thema Oxalsäure auch bei anderen Organfeldern - fälschlicherweise - als der Schwarze Peter angesehen.
Wenn sich durch die nicht löslichen Ablagerungen in den Nieren Steine bilden, verbleibt natürlich auch das Oxalat in den Nierensteinen.
Die meisten Patienten mit dieser Diagnose ernährten sich in der Vergangenheit jedoch nicht gerade gesund, sondern häufig von Calciumreichen Nahrungsmitteln (z.B: Käse, Milchprodukte), und/oder haben Calcium-Präparate, und zu viel tierisches Fett sowie Eiweiß, zu sich genommen. Oder es wurde allgemein eine Ernährungsweise praktiziert, mit zu wenig natürliche Flüssigkeit aus rohen Pflanzen, und auch die Enzyme und sekundären Pflanzenstoffe in den Lebensmitteln fehlten.
Denn gerade diese Pflanzenstoffe, die nur in rohen Speisen enthalten sind und durch den Kochprozess zerstört werden, werden benötigt, um Ablagerungen zu verhindern. Fehlen diese Stoffe, wird nicht nur das Blut zu dick, sondern es wird klebrig, so wie auch alle Flüssigkeiten im Körper zu viskös werden (zu dick, zu wenig fließfähig). Auch die Lymphe wird dicker, und die Körper flüssigkeiten sind nicht mim Fluss, sondern werden zäh und bleiben beim Durchfließen durch den Körper haften. So wie verkalktes Wasser an den Rohren zu Ablagerungen führt.
Ein weiterer Grund für ein Problem mit Oxalsäure sind Darmstörungen. Wenn z.B. chronischer Durchfall besteht, oder schon Darmoperationen durchgeführt wurden. Hier findet keine richtige Resorption vom Darm ins Blut mehr statt. ES wird zu viel Fett aufgenommen (meist ist es bei diesen Krankheiten ja das tierische ugesunde Fett statt des gesunden Pflanzenfettes), wodurch Calcium Fettsäuren bindet statt Oxalat. So wird massiv freies Oxalat ins Blut aufgenommen.
Dies findet typischerweise bei folgenden Darmkrankheiten statt: Mobrus Crohn, Coliltis Ulcerosa, Kurzdarmsyndrom, Zustand nach Magen-Bypass.
Ein weiterer Grund besteht bei der seltenen, angeborenen Störung des Oxalatstoffwechsels (Primäre Hyperoxalurie. Sie soll genetisch bedingt sein, und es besteht eine extreme Oxalatausschedung mit schwerer Nieren- und Organbelastung.
Zu den weiteren Erkrankungen zählen funktionelle & internistische Konstellationen, wie z.B. chronische Niereninsuffizienz. Hier ist die Oxalat-Ausscheidung reduziert und es besteht die Gefahr der erhöhten Ablagerungen.
Aber auch bei leichteren Darmstörungen wird offiziell empfohlen, Oxalsäure zu meiden, weil sie nicht ordentlich abgebaut werden kann: Reizdarm, Darmdysbiose (Mikrobiomstörung, Störung der Darmflora). Dies ist relevant auch bei Antibiotika-Vorgeschichte, Candida-Belastung, Verstopfung.
Wenn also der Darm nicht in Ordnung ist, hat dies Auswirkungen auf vielerlei Organe und Gewebe im Körper. Aus naturheilkundlicher Sicht sind chronische Gelenk- und Faszienschmerzen immer auch einhergehend mit einer chronischen Übersäuerung durch eine falsche Ernährung – meist mit zu wenig Ballaststoffen, was die Darmfunktion beeinträchtigt. Dann kann Oxalsäure zusammen mit weiteren Säuren zu Ablagerungen führen, und so Morgensteifigkeit, Mikroentzündungen, stechende, wandernde Schmerzen verursachen.
Bei einer Fibromyalgie kann Oxalat womöglich zusätzlich den Schmerz verstärken - allerdings ist es nicht die Oxalsäure an sich, sondern die Tatsache, dass sie nicht abgebaut wird. Deshalb ist aus Sicht der Naturheilkunde immer auch eine Regulierung der Darmflora bei allen rheumatischen Erkrankungen anzuraten.
Viele alte Heilkundige wussten, dass ein Zusammenhang mit Erkrankungen von Nierenbecken und Blase eine Reizung auch mit Oxalsäure bestehen kann. Auch bei Erkrankungen des weiblichen Geschlechtsapparates und wiederkehrenden Blasenentzündungen kann eine Reizung der sensiblen Schleimhäute mit Oxalsäure – neben weiteren Säuren und Keimen – bestehen.
So gibt es noch weitere Störungen, die im Zusammenhang mit Oxalsäure diskutiert werden. Zum Beispiel Autismus-Spektrum-Störungen (Teilgruppen), sowie chronische Erschöpfung / ME-CFS (Einzelfälle)
Vorsicht vor erhöhter Calcium-Zufuhr
Aus ganzheitlicher Sicht geht es nicht um Namen von „Krankheiten“ im schulmedizinischen Sinne. Vielmehr wird jede Störung ganzheitlich angeschaut, wo die Ursache liegt. Denn einfach nur Oxalat zu meiden, ist keine Beseitigung der Ursache, sondern eine reine smptomatische Vorgehenseweise. Man meidet einen Stoff – egal ob er gesund ist oder ungesund – um die körperliche Reaktion darauf zu unterbinden. Doch ist das Problem damit ja nicht gelöst, sondern es ist ein Hinweis auf eine tiefer liegendes Problem, das die Gesundheit beeinträchtigt, wenn es nicht in Ordnung gebracht wird.
Auch wenn lymphatische Stauungen vorliegen, werden ausscheidungspflichtige Stoffe, wozu auch Oxalsäure-Kristalle, nicht richtig ausgeschieden. So können sie zum Problem werden, weil sie mechanisch reizen, und zum Beispiel schwere Beine, Fußsohlenschmerzen mit verursachen können.
Doch das Problem hier ist nicht bei der Oxalsäure zu suchen, sondern in einer Unfähigkeit, überhaupt Stoffe zu transportieren.
Viele Naturheilkundler kennen das Problem der Übersäuerung als Ursache vieler Krankheiten. So werden üblicherweise Basenpulver verordnet. Doch ist dies nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Denn diese Zufuhr von hohen Dosen von Mineralien – dabei auch das im Zusammenhang von Oxalsäure gefährliche Calcium, kann erst recht zu Ablagerungen führen. Zum Beispiel können Fußsohnenschmerzen, Fersensporn, Plantarfasziitis, Beinschmerzen, durch Ablagerungen von zu viel Calcium mit verursacht werden. Und das Calcium reagiert dann negativ mit der Oxalsäure und bildet die Calciumoxalat-Ausfällung.
In allen Fällen gilt es genau abzuwägen, wann welche Medikation angewandt wird, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht. Die Basis sollte immer eine gesunde Ernährung aus vitalstoffreicher pflanzlicher Vollwertkost bestehen, mit einem hohen Anteil an Rohkost. Dies ist explizit zu nennen, weil unter „gesunder Ernährung“ heutzutage vielerlei verstanden wird, was jedoch wieder die Förderung von Calcium-Ablagerungen mit Oxalat fördern könnte.
Aus naturheilkundlicher Sicht ist Oxalat also nicht gänzlich zu meiden, weil sonst viele an sich gesunde Lebensmittel gemieden werden, die jedoch für die Gesundheit unablässig sind. Sind Diagnosen vorhanden, wo offiziell vor Oxalsäure gewarnt wird, sollte gerade dann auf den Darm geschaut werden und die Sache ursächlich angegangen werden.
Quintessenz
Oxalsäure an sich ist kein Gift, sondern eine natürliche Substanz in Lebensmitteln, die vom Körper benötigt wird. Aber es kann zum Problem werden, wenn der Körper insgesamt nicht in seiner Balance ist, und die Ausscheidung über Darm, Nieren, Lymphsystem gestört ist.
Rohkosternährung kann auch Oxalsäure enthalten, ist jedoch kein Problem, wenn der Körper innerlich gereinigt und regeneriert ist. Außer, wenn es im Übermaß verzehrt wird, oder die Ernährung zu einseitig ist, oder die Ausscheidung gestört ist. Insgesamt ist Rohkost sowieso nur dann verträglich, wenn das Darm-Milieu stimmt. Die Lösung ist also beim Darm zu suchen, und nicht rein symtomatisch bei der Oxalsäure.
Der naturheilkundliche Ansatz bei Oxalsäure ist:
die Ausscheidung verbessern
den Darm zu reinigen und die Darmflora zu regenerieren
mit einer gesunden, vitalstoffhaltigen, pflanzlichen Ernährung, um die Mineralien zu balancieren, die Verdauung zu aktivieren und die Zellen zu regenerieren und somit alle Organe, die auch mit Oxalsäure ein Problem haben.
Und nicht, eine Angst vor Pflanzenkost entstehen zu lassen.
Mehr zum Thema Darmreinigung und ganzheitliche Gesundheit finden Sie in meinem Blog auf meiner Website https://www.martina-gruenenwald.de/kopie-von-wissen sowie demnächst in meinem Buch.
Martina Grünenwald, Heilpraktikerin www.martina-gruenenwald.de

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